Donnerstag, 31. Juli 2014

Steinreich - ein Feuer im Kiesgarten


Wenn der große Apfelbaum grüne Äpfel auf jeden und alles wirft, hat der Sommer seine Hochzeit erreicht. Dann beginnt der Phlox zu blühen, die Rosen bereiten ihren zweiten großen Auftritt vor und im Kiesgarten wartet die Feuerstelle geduldig, bis sie jemand beheizt. 





Im südlichsten Eck meines Gartens gibt es ein Zimmer aus Steinen und Kies. Es wird von spanischen Gänseblümchen, Gräsern und einer Pyrus salicifolia Pendula, einer weidenblättrigen Birne bewacht. Wer über den Buchsbaum schielt, entdeckt ein paar dunkle Kornblumen und weiße Cosmeen. Das Beste an diesem Zimmer aber ist ein Loch in dem man Feuer machen kann. (Die Feuerstelle ist noch nicht ganz fertig, aber zum Probeheizen hat es gereicht!!!) 





Ich koche doch so gerne draußen, auch wenn man ein paar Kartoffeln in der Glut nicht unbedingt kochen nennen kann. Doch irgendwie hatte jeder an diesem Abend eine Geschichte zu erzählen und irgendwie hatte jede dieser Geschichten mit "als Kind" und "Erdäpfel" und "heimlich stibitzt" zu tun. Gut, dass ich heute einfach nur in den Gemüsegarten gehen muss!!


Die weiße Cosmea ist heute mein Blumengruß für euch, meine Lieben und Wunderbaren. Ihr wisst ja gar nicht, welche große Freude eure Besuche für mich sind und welche Bereicherung eure wundervollen Blogs! 1000 und einen Dank dafür!


Genießt diesen Sommer und fühlt euch geherzt und gedrückt!!!
Tante Mali

Eine Anleitung zum Bau dieser Feuerstelle findet ihr hier:
Living & Green have fun & be creative

Dienstag, 29. Juli 2014

Be wild! Be free! Be beautiful!!!


Haben wir es nicht immer schon gewusst, meine Lieben und Wunderbaren? Haben wir nicht immer schon gewusst, dass Erde unter den Fingernägeln und eine temporäre Quadrupedie sich irgendwann einmal durchsetzen muss? Dass graben und rechen, schneiden und zupfen zur Trendsportart werden wird und die Scheibtruhe oder der Schubkarren zum Umweltmobil Nummer eins? 


Wir, wir Gartenarbeiterinnen und -arbeiter sind so cool, so hipp, so in, so mega modern, so ultra auf der Höhe der Zeit, dass nicht einmal mehr das Hochglanz-Geo an uns vorbei kommt! Wir sind die Titelgeschichte! Ja, wir!



18 Seiten soziologische, psychologische, ökologische und ökonomische Antwortsuche auf die Frage: Was machen wir hier? Und eine weitere Variante zu "Zeige mir deinen Garten, und ich sage dir, wer du bist" von Alfred Austin vor etwa 120 Jahren formuliert. 




Eine klassische Reportage und eine der gut geschriebenen noch dazu. Eine, bei der man nickt und schmunzelt, bei der man die Stirn in Falten zieht und einen kritischen Blick in seinen Garten wirft....




... da tut sich derzeit nichts Besonderes, außer, dass ein Strauß mit Disteln und wildem Kümmel in der alten Vase auf dem Terrassentisch steht. Ein Elchgeweih lümmelt daneben und drei rostige Rosen auch. 
Ein Strauß wilder Blumen ist diesmal mein Blumengruß, gefolgt von der Aufforderung:
Be wild! Be free! Be beautiful! 



Habt es einfach nur fein!!!
Es herzt euch
Tante Mali

Donnerstag, 24. Juli 2014

Tajine - so schmeckt der Norden Afrikas !!!


Dieser Sommer ist einer, dem man die heißen Tage stehlen muss, dem man klammheimlich einen lauen Abend entwendet, eine sternenklare Nacht. Zumindest bei uns ist dieser Sommer so und dennoch machen wir es uns fein! Wir würzen mit Ingwer, Chilli, Knoblauch und Minze und kochen Tajine. 




Tajine, der "Topf für alles" aus dem Norden Afrikas, der überall im Maghreb auf dem Feuer steht. In dem gekocht wird, was da ist, Fleich, Fisch, Gemüse in jeder Variation. Ras el hanout heißt das Bindeglied, eine Gewürzmischung, die überall ein wenig anders schmeckt. Kreuzkümmel, Sternanis, Nelken, Zimt, Kardamon ... und schon fliegen die Gedanken in den Süden, in den Hohen Atlas, zu den Kasbahs und Oasen, zu den Dörfern der Berber aus rotem Stein.


Das beste Verkehrsmittel für meine Reisen wäre ein Containerschiff, weil ich immer und von überall und dauernd alles mögliche mitschleppen muss. Nachdem man mit so einem Containerschiff aber nicht besonders wendig ist - schmale Passstraßen sind ein Albtraum - reisen wir, wie wir reisen und haben den Tajine-Topf schon vor Jahren im Internet bestellt. Was mich immer aufs Neue fasziniert ist, dass man mit so wenig Holz (ein paar trockene Zweige vom Staudenschnitt) kochen kann.




Tajine-Rezepte gibt es ungezählte, eine meiner Lieblingsvarianten geht so:
Hühnerfleisch (Brust oder Keule oder Flügerl - ist egal)
Knoblauch (fein geschnitten)
Ingwer (fein geschnitten)
Chilli (fein geschnitten)
Zitronengras (untypisch für den Maghreb, aber ich habe diesen hellen Geschmack so gerne)
frische Minze
frischer Rosmarin
getrocknete Marillen
enthäutete Tomaten (kann auch eine Dose sein)
Kartoffeln in groben Stücken
Honig
langer Pfeffer
Ras el hanout 
Salz
Ich brate die Hühnerstücke kurz an, nehme sie aus der Pfanne, gieße mit Wasser auf und gebe das Ras el hanout hinein. Dann vermischt sich das Gewürz besser. Alle Zutaten in den Tajine-Topf, ganz oben das Fleisch, Deckel drauf und für ca. 45 Minuten auf das Feuer stellen... fertig! Eher kräftig würzen, bitte. Keine Ahnung warum, aber der Topf nascht offensichtlich mit.
Und, weil wir auch schon kräftig genascht haben, habe ich es grad noch geschafft, das Ergebnis zu fotografieren, bevor der Rest auch noch aufgefuttert war. 


Lasst euch diesen Sommer schmecken, meine Lieben und Wunderbaren!!! Genießt die Tage und habt eine glückvolle Zeit!!! Danke für euer Kommen, danke für euer Bleiben! Danke für eure lieben Worte und euren charmanten Besuch! Ich freue mich wie ein Hutschpferd über euch!!!
Als Blumengruß eine Clematis, die sich in den Eisenhut rankt. (Nicht naschen bitte!)
Fühlt euch geherzt und umarmt
Tante Mali


Donnerstag, 17. Juli 2014

Erntefrisch


Ich liebe es, wenn ich morgens - zeitgleich mit der Sonne - mein Gemüsebeet betrete und mir das Essen für den Abend ernten darf. Ich betrachte es immer noch als Privileg. Denn der Garten hat mich gelehrt, wie Buschbohnen schmecken und Tomaten, Gurken, Kartoffeln, Salat ....
... wenn man alles findet in diesem Durcheinander, das sich bei mir Gemüsegarten nennt.  




Die Sommerastern neigen sich über das Basilikum, der einjährige Rittersporn ist einen Kopf größer als der weiße Zwiebel, irgendwo dazwischen hat sich eine Cosmea hingesetzt und die Hornveilchen sind ohnehin omnipräsent. Nur die Kartoffeln haben ihr Terrain fest im Griff.


Außerdem habe ich, vor zwei Wochen erst, noch eine zweite Runde Erbsen zu den Tipis gesät, weil ich doch von den Zuckerschoten nicht genug bekommen kann. Ich bin gespannt!


Ich liebe es, wenn ich abends, mit den letzten Sonnenstrahlen auf der Terrasse, das essen kann, was morgens noch im Garten war. So einfach die Gerichte auch sind, ich würde mit keinem sternengekrönten Gourmetmenü tauschen wollen. Allein, wenn ich es beim Durchschneiden der Kartoffeln knacken höre - und es ist dieses Knacken mit dem kehligen K der Tiroler und der Schweizer auch - dann könnte ich laut lachen vor Glück. Wedges schneiden und mit Olivenöl und Rosmarin in den Backofen - selbstverständlich bleiben sie ungeschält. Dazu gibt es geröstete Buschbohnen mit Chilli und einer Vinaigrette aus Haselnussöl und Mangobalsam. (Die Buschbohnen zuerst bissfest vorkochen und dann in Olivenöl fertig braten.)



So kann man sie genießen, die sommersonnigen Tage, weil man kaum Zeit in der Küche verbringt!


Ach, meine Liebe und Wunderbaren, ich danke euch für die Zeit, die ihr mir schenkt. Ich freue mich so sehr über eure lieben Besuche und die immer freundlichen Worte, die ihr findet und mit denen ihr immer auch ein Lächeln schenkt.
Ein einjähriger Rittersporn, dieser steht übrigens direkt neben dem Fenchel, wollte der heutige Blumengruß sein. Er hat die Morgensonne eingefangen - für EUCH!!! 



Es drückt und herzt euch
Tante Mali

Freitag, 11. Juli 2014

Just Garden


Nur ein wenig Garten heute ...
... weil sich die Gräser, unfrisiert wie sie sind, im Morgenwind wiegen und der junge Efeu die alten Bauern-Hortensien umgarnt.




Nur ein wenig Garten heute ...
... weil die Lilien die Farbe der Stockrosen tragen - oder aber auch umgekehrt - ...


... weil sich der Himmel über den Rosen bewölkt ...




... und weil nach jedem kräftigen Regenguss gleich wieder die Sonne scheint.


Nur ein wenig Garten heute ...
... weil man hier mit Weinreben Locken auf Glatzen drehen kann...


... und das Licht mit dem Schatten fangen spielt.



Nur ein wenig Garten heute, weil das Amselkind zum ersten Mal am Holzzaun sitzt, weil die Erbsentriebe Luftschlösser bauen...


... und eine rosarote Cosmea zwischen den Olivenbäumen wächst.
Nur ein wenig Garten heute, weil mit all diesen Unwichtigkeiten eine beruhigende Gesetzmäßigkeit einhergeht, in der ein kleiner Mensch die Welt so wunderbar vergessen kann. 


Ach, meine Lieben und Wunderbaren, schön dass es euch gibt! 
Danke für eure charmanten Besuche und die zauberhaften Worte! Macht es euch einfach nur fein!!!
Es herzt und drückt euch
Tante Mali