Donnerstag, 27. November 2014

Von Wohlfühlwolken und Fellherzen


Im Küchenherd krachen die Holzscheite, als ginge es darum ein Wettschießen zu gewinnen und noch immer hängt ein leiser Orangenduft im Raum, während sich auf dem Tisch ein paar Dinge versammelt haben, die verarbeitet werden wollen. Kleine Ornamente aus altem Papier, selbst gemachte Fellherzen, ein paar Lärchen- und Wacholderzweige, die Schublade der Nähmaschine mit der meine Omi fleißig gearbeitet hat... 





... alles scheint darauf zu warten, eine Bestimmung zu bekommen, eine neue Aufgabe, oder zumindest einen Ort, an dem es gesehen werden kann. Sie wollen sich als Wohlfühlwolken im Haus verteilen. Nischen bilden, die den Blick fangen, wenn die Welt draußen ihr graues Nebelkleid trägt. Und dann ... dann klopf die Nachbarin an die Türe, streckt zuerst diese wundervollen Schokolade-Gugelhüpflein herein und dann erst ihren Kopf. 



Das Dekorieren wird ein wenig verschoben, aber ich sag euch noch schnell, wie die Fellherzen gehen: Aus Karton zwei Herzen ausschneiden und mit einer Buchseite bekleben. Der Fellrand war einmal eine Kapuzeneinfassung. Diese wird um eines der Herzen geklebt und auf diese wiederum das zweite Herz. Die anderen Herzen sind aus einer alten Mütze entstanden. Um die Herzform auszuschneiden, habe ich ein Skalpell benutzt. Dadurch werden die feinen Haare nicht verletzt. Mit ein wenig Sauerei ist allerdings auch so zu rechnen. Die Herzen aus Fell etwa einen Zentimeter größer ausschneiden als die Kartonherzen, sodass man sie schön über die Kante ziehen kann. 




Ich mach jetzt weiter mit meinen Wohlfühlwolken und esse vielleicht nur noch einen Schokolade-Gugelhupf zwischendurch. 
Euch, meine Lieben und Wunderbaren, wünsche ich ein traumhaft schönes Adventswochenende, ein Leuchten in den Augen, ein Lächeln, viel Glück. Wie wundervoll, dass es euch gibt!!!
And to all my American friends: 
Have a very happy and blessed Thanksgiving. May love, joy and happiness be yours in abundance this holiday season!



Eine dicke Umarmung
Tante Mali

Donnerstag, 20. November 2014

November: Sweet and Lazy


Sind es nicht die kleinen Dinge im Leben, über die wir uns manchmal freuen können, wie ein kleines Kind? Jemand lässt uns an der Kasse vor, an der Kreuzung bleibt ein Auto stehen, im Garten turnt eine Blaumeise auf einem Ast und Ende November reifen noch ein paar Physalis aus. 


Ich habe noch nie so spät im Jahr Physalis geerntet. Aber ich war auch noch nie mit meinem Blog in der GartenIdee. Ja, das Tantchen, man möchte es nicht glauben, ist in der jüngsten Ausgabe der "Grüne Blog". Zwei Menschen hier dafür ein dickes Dankeschön. Renate Waas mit ihrem wundervollen 
Geniesser-Garten-Blog, weil sie es war, die mich vorgeschlagen hat und Maike Grunwald, die eine sehr einfühlsame Texterin ist - unter anderem nachzulesen in ihrem Reisetageblog.



Der Hütehund ist auch wieder da und zeigt sich vollkommen unbeeindruckt von diesen Dingen .... weil es doch Joghurt gibt!!!!




Schlemmen bis zum Umfallen - das können wir auch. Mit Espresso-Brownies in der Tartform gemacht. 
150 g Butter, 150 g Bitterschokolade über Wasser schmelzen lassen, 3 Eier so lange mixen, bis der Schaum weißlich wird, 100 g Zucker dazugeben, dann kommen 3 gehäufte Eßl. Kakaopulver, 2 Eßl. Espressopulverkaffee, etw. Zimt und die abgeriebene Schale einer Orange dazu, die flüssige Butter und die Schokolade natürlich auch. Zum Schluss 100 g geriebene Mandeln und 100 g Mehl mit etwas Backpulver mischen und unterheben. In eine Tartform füllen und bei 180 Grad ca. 30 Minuten backen. Wirklich sensationell ist sie, wenn man vor dem Servieren noch zwei Tassen starken Espresso direkt auf die Brownie-Tart schüttet und einfach mit einem Löffel aus der Form futtert. Ist zwar nicht die feine, englische Art, aber wer hat schon täglich die Queen zu Besuch? Es schmeckt!!!!



Der Blumengruß, für euch meine Lieben und Wunderbaren, kommt heute auch aus dem Garten. Ein paar Ringelblumen bilden sich ein, noch immer zu blühen. Drei davon habe ich abgeschnitten und nun stehen kleine Sonnen auf meinem Tisch.  Mit ihnen wünsche ich euch sonnenfreundliche Tage und eine wunderhübsche Zeit.



Es herzt euch
Tante Mali

Donnerstag, 13. November 2014

Rocking chair & Lesegenuss


Jetzt ist er da, dieser Regen, der das Leben verlangsamt, es ein wenig beschaulicher macht, der die eine Leidenschaft zurücksetzt und bewirkt, dass man zu einer anderen Liebe greift. 



Ich hab es mir im Haus bequem gemacht - und ich meine richtig bequem! Schon im Spätsommer habe ich einen "Sie-lieben-mich-nicht-mehr-Schaukelstuhl" aus dem Sperrmüll gezerrt. Natürlich war er dunkelbraun, aber das war auch schon der einzige Mangel, den man ihm nachsagen kann. Mit Pinsel und etwas Farbe ist er nun wieder ein "Sie-liebt-mich-doch-Schaukelstuhl" geworden.   Und da sitze ich jetzt drinnen und lese ...



... Gedichte von Christine Lavant.


Was ein Leben, zwischen den persönlichen Kriegen, zwischen Dichten und Stricken, zwischen Armut und Anerkennung und zwischen zwei Männern auch. Als Christine Thonhauser-Habernig den Namen ihres Heimattales annahm, um in Zukunft unter Christine Lavant zu dichten, war der Krieg gerade aus. Sie lebte in einer schlecht beheizbaren Dachkammer, war von Krankheit gezeichnet - schon immer war sie ein kränkelndes Kind gewesen - und sie war bettelarm. So arm, dass sie Wurzeln graben ging und natürlich die falschen erwischte. Sie strickte, um sich den Lebensunterhalt zu verdienen und las während des Strickens die Leihbücherei leer. Rilke, Hamsun, Lagerlöf, Dostojewski und den einen oder anderen einfachen Liebesroman. Mag sein, dass man dadurch zu einem Menschen wird, der ganz genau hinsieht und hinspürt, der die Worte anschlägt, wie einen Gong und prüft, ob der Ton ein poetischer ist. Die Sichel im Mond. Die Bettlerschale. Der Pfauenschrei. Schon die Titel ihrer Gedichtbände sind sorgsam und unter Hadern, Zweifeln und oftmaligem Ändern gewählt. 
Schreiben, wird Christina Lavant später in einem Brief erklären, Schreiben ist meine schmerzhafte Stelle und zugleich die heilende Salbe. - Und das ist es wohl auch, was als fließende Bewegung mitschwingt, wenn man ihre Gedichte liest. 




Es ist den Herausgebern Doris Moser und Fabian Hafner zu danken, dass nun die, wie auf dem Cover vermerkt, zu Lebzeiten veröffentlichten Gedichte einer der wohl bedeutendsten Österreichischen Dichterinnen in einem Band versammelt sind. Nach jahrelangen Grabungsarbeiten, nach Unwegsamkeiten und Stolpersteinen sind sie druckfrisch im kleinen aber feinen Wallstein Verlag erschienen. Vieles wäre sonst wohl verloren gegangen oder wäre in irgendwelchen Archiven verstaubt. Vielen Dank! - Denn ich sitze jetzt in meinem "Sie-liebt-mich-doch-Schaukelstuhl" und schaukle mich lesend bis ans Ende der Welt und wieder zurück.
Euch, meine Lieben und Wunderbaren, danke ich für eure Geduld, für eure reizenden Besuche, über die ich mich immer so sehr freue. 
Erlaubt mir noch ein Zitat von Christine Lavant am Schluss, bitte!


Ich habe eine Welt und diese Welt brennt!
Und wo etwas brennt, da entsteht Kraft.
Und diese Kraft reißt mit!

In diesem Sinne: Eine kraftvolle, mitreißende Zeit!
Tante Mali



Donnerstag, 6. November 2014

Wald und Moos


Dieser Herbst war wundervoll! Mit milden Tagen, wärmer als erwartet. Wie oft blieb die warme Jacke im Schrank? Mit einem Licht, das die Welt in Gold und Honig taucht. Wie oft habe ich geschaut und gestaunt? Dieser Herbst war ein Vergnügen und ein Vergnügen war es, draußen zu sein. Im Garten, auf den Feldern, im Wald.





Dieser Herbst trägt noch immer prunkvolle Gewänder, in all seinen Ecken und Winkeln hat er Schätze versteckt. Ein paar Samenstände, ein paar Lärchenzweige, die der Föhnsturm abgebrochen hat, etwas Heidekraut, ein Ast, ein Rindenstück. Es braucht so wenig, um den Duft des Waldes nach Hause zu tragen, diesen wunderbaren Geruch nach feuchten Böden und würzigem Harz.


Ich konnte nicht anders, ich musste ein paar schnelle Moosbälle machen. Aus Zeitungspapier werden Kugeln geformt, in Moos eingeschlagen und mit einem festen Zwirn umwickelt. Das restliche Moos habe ich in eine alte Schublade gestopft. Einfache Kränze aus Lärchen und Heide schmücken nun das Futterhaus. 







Jetzt kugeln in meinem Garten da und dort die Moosbälle herum. Jetzt können die Amseln Fußball spielen, oder meinetwegen auch Minigolf. Jetzt hab ich was auf meinem Terrassentisch, auf das ich schauen kann, wenn sich die kühleren Tage niederlassen, wenn der Regen kommt. 


Ach, meine Lieben und Wunderbaren, was war es da draußen so fein. Ich bin mir sicher, ihr habt die Zeit genauso genossen wie ich. So kann es gerne noch ein paar Tage weiter gehen - meint Tante Mali, dankt herzlichst für eure lieben Besuche und wünscht euch eine wundervolle Zeit und einen ganzen Korb voll Glück!