Donnerstag, 30. April 2015

Coffee under the Cherry Tree


Prinzessin Frühling hat ihren Brautschmuck abgelegt. Jetzt schneit es schon kleine, weiße Blätter von den Bäumen. Vor wenigen Tagen noch waren sie ein schäumendes Blütenmeer. Einmal umdrehen, einmal nicht genau hinsehen und der Garten hat ein anderes Gesicht. Also: Pause machen, die Zeit anhalten - wenn auch nur kurz - und die Hummeln brummen hören. Unter dem Kirschenbaum ist für Kaffee und Kuchen gedeckt.





Mir waren die Rhabarberblätter zu schade, um sie gleich auf den Kompost zu tun. Daher habe ich sie kurzerhand zu Tischsets gemacht und einen Strauß Bachkresseblüten in den alten Teekrug getan, der wiederum im Kranz aus Papierrosen stehen darf. 




Und weil mich vor kurzem bei der lieben Amy von Einfallsreich die Rhabarber-Tarte so angelacht hat, habe ich sie nachgemacht. Liebe Amy, danke für das Rezept, deine war viel schöner, aber geschmeckt hat meine auch.



Sitzen, schauen, plaudern ... darüber vergeht gerne die Zeit. So habe ich im anderen Eck des Gartens eine wundervolle Metamorphose verpasst. Eine große Libelle ist aus ihrer Larve geschlüpft. Hat sie abgestreift, wie ein zu eng gewordenes Kleid. Sie trocknet im letzten Abendlicht ihre Flügel bevor sie davon fliegen wird.

Flügel schicke ich euch auch, meine Lieben und Wunderbaren, für eure Herzen und euren Geist. Habt ein traumhaftes, langes Wochenende und genießt den Feiertag. 
Fühlt euch geherzt und umarmt und geknuddelt
Tante Mali

Donnerstag, 23. April 2015

Sunny Garden Days


Oh, was wundervolle Tage! Mit blitzblauem Himmel und auf ihm eine Aprilsonne, die milde wärmt. Ein Wachswetter, hätte meine Omi gesagt. Und wirklich, es bewegt sich viel in meinem Garten, ausgenommen die Scheibtruhe, die geduldig oder beharrlich dort stehen bleibt, wo man sie am Abend vergessen hat. 


Aber jetzt, jetzt ist es Morgen und die weißen Tulpen noch nicht ganz aus dem Schlaf erwacht. Das Kaukasus-Vergissmeinnicht hingegen, plappert schon munter vor sich hin.




Am Vormittag streckt der Kirschenbaum seine Blüten auch an den unteren Ästen der Sonne entgegen und um die Mittagszeit wird wohl die Knospe des Apfelbaumes aufgebrochen sein.



Wer am Nachmittag genau hinsieht, entdeckt wie reizend der Fieberklee blüht...


... und ich hab entdeckt, dass meine Rhododendren wieder eine extra Portion Eisen von mir bekommen wollen. Da traf es sich gut, dass ich gefragt wurde, ob ich den Wuxal Eisendünger der Firma MANNA testen will. Was schon für ihn spricht: Er ist vollkommen biologisch abbaubar. Ich bin gespannt, wie er wirkt. 



Vom Nachmittag bis zum Abend wir kein Blatt wieder grün, dafür genießen die alten, roten Tulpen die letzen Sonnenstrahlen und die Eichblatt-Hortensie erzählt ihrer neuen Freundin das, was man über einen Garten so erzählen kann. Sie hat eine Tränenkiefer als Beetpartnerin bekommen und findet das toll. 



Ach, was bin ich mir sicher, dass auch ihr, meine Lieben und Wunderbaren wühlt und gräbt und sät und zupft. Es ist doch herrlich - nicht wahr? Ich wünsche euch sonnige Tage, wo auch immer ihr sie verbringt! Erfolgreiches Garteln und Momente des Glücks!



Fühlt euch ganz lieb umarmt
Tante Mali

Donnerstag, 16. April 2015

Gartenspaziergang im April


Oh, meine Lieben und Wunderbaren, um diese Jahreszeit geht man nie mit leeren Händen durch den Garten. Schaufel, Rechen, Federbesen, Dünger, Erde, Töpfe und auch die Scheibtruhe, die andernorts Schubkarre heißt, hat wieder ein paar Kilometer mehr zu verbuchen. Aber immer, ja immer! führen die Wege vorbei an blühender Anmut und Eleganz. Die weiße Schachbrettblume (Fritillaria meleagris alba) ist immer die Erste ihrer Art und die Lavendelheide (Pieris japonica) schmückt sich schon ab März mit ihren Blütentrauben.



Die pelzigen Kuhschellen sind lustige Beetbewohner und cremefarbene Narzissen für mich ein Muss! 




Aber in einem alten Garten will ein Farbkonzept nicht so recht funktionieren. Immer wandert irgendetwas von da nach dort von hüben nach drüben, die Bachkresse hier, eine Muscari daneben, die roten Helleborus haben sich auch üppig vermehrt... 



... deshalb habe ich ihnen jetzt eine weiße Hochstamm Wisteria gepflanzt. 




Ein paar Hängepelargonien sind auch eingezogen. Auf dem alten Bambusrad und im ausgedienten Fahrradkorb am Eisengeländer zum Haupteingang...


..und genau gegenüber - auf der anderen Seite des Hauses, wo mein Kücheneingang ist,  schmückt sich der Ahorn mit seinem rostroten Blattaustrieb. 



Ach ja, und zwischendrin ist überall Gartengerät verstreut :)! Ich geh dann mal wieder wühlen und wünsche euch eine sonnige, glückliche, fröhliche Frühlingszeit
Tante Mali

Donnerstag, 9. April 2015

Sollen wir trotz der Wespen draußen essen?


Sollen wir trotz der Wespen draußen essen? Das fragt eine Frau ihren Mann in einem Buch von Magriet de Moor. Eine Frage, vor vielen, vielen Jahren gelesen, hat sie in all ihrer Einfachheit und in all ihrer Tragweite, die sie innerhalb des Romans bekommen wird, noch immer eine bestimmte Bedeutung für mich. Manchmal krame ich diese Frage und ihre Geschichte hervor, wie ich alte Dinge hervorkrame, um sie als Dekoration auf den Tisch zu stellen. Als Begleitmusik für ein kleines Essen, die Freude machen soll.


Diesmal waren es wieder einmal die lustigen Holzhäuser und das alte Porzellan mit den Blumen. Die Sets aus Leinenresten sind schnell und einfach genäht und eine Primel im Handumdrehen in die Goldrand-Sauciere gepflanzt.



Als Vorspeise gibt es etwas, das sich gut vorbereiten lässt. Kartoffelpudding mit Bachkresse und Gänseblümchenkapern. Vor dem Servieren wird noch schnell mit ein paar essbaren Blüten garniert.



Kartoffelpudding mit Bachkresse 
600 g mehlige Kartoffeln
ein gutes Büschel Bachkresse – wer es weniger scharfbitter haben möchte nimmt weniger - 3 Eier,150ml Schlagrahm, 2 Eßl. Honig, Salz, Pfeffer, Muskatnuss
Die Kartoffeln in der Schale weich kochen, abseihen und bei 120 Grad im Backofen ca. 20 Minuten ausdämpfen.
Bachkresse grob hacken. Eier trennen und das Eiweiß mit etwas Salz steif schlagen. Die Kartoffeln schälen und durch die Kartoffelpresse in eine Schüssel drücken. Mit Muskatnuss, Pfeffer und Honig würzen, nach und nach die drei Dotter per Hand unterrühren, den Schlagrahm dazugeben und zum Schluss die Eiweißmasse unterheben. Bis zum Rand in Soufflé-Formen füllen und bei 180 Grad auf der mittleren Schiene im Backofen backen, bis die Masse braun ist. Das dauert ca. 35 bis 40 Minuten. Etwas abkühlen lassen und stürzen.



Die Bachkresse gibt's, weil ich vor ein paar Jahren das Experiment gestartet habe, sie an meinem Gartenteich anzusiedeln. Experiment gelungen .... und wenn ich jetzt beim guten Geheimrat Goethe weiterschreiben darf: Die ich rief, die Geister, werde ich nur noch los, wenn ich sie aufesse! Also dann: Einen guten Appetit!


Genießt die schönen Stunden, meine Lieben und Wunderbaren und lacht mit den Gänseblümchen in der Wiese um die Wette! Ich wünsche euch eine wundervolle Zeit!!!
Tante Mali

Donnerstag, 2. April 2015

Gründonnerstag - ein Bärlauch-Brennnessel-Soufflé


Ach, meine Lieben und Wunderbaren, der Garten hat damit begonnen, sein kulinarisches Schatzkästlein zu öffnen. Die Köstlichkeiten wachsen einfach in der Wiese und unter dem Kirschenbaum. Wie ein süßes Versprechen hat mein gutmütiger Krieger gut Knospen angesetzt und zu seinen Füßen gibt's ein Beet voll grüner Bärlauchohren.




Nachdem mein Nachbar die hohe Kunst der Schmetterlingsweide pflegt, gehen mir - zugegeben ungewollt - auch nie die Bennnesseln aus. Im Frühjahr handle ich aber nach dem Mott: Zuerst ernten, dann jäten!


So ist ein wundervolles Soufflé entstanden, das garantiert die Frühjahrmüdigkeit vertreibt.
Bärlauch-Brennnessel-Soufflé: 
250 g Bauerntopfen
4 Eier
150 g Parmesan (reiben)
150 ml Schlagrahm
zwei Handvoll junge Brennnesseltriebe
20 -30  Blatt Bärlauch
1 Zehe Knoblauch
3 Eßl. geriebene Wallnüsse
Salz
weißer Pfeffer aus der Mühle
Muskatnuss
etwas Olivenöl 
Bärlauch und Brennnessel waschen und trocken schütteln, grob schneiden und leicht in Olivenöl anschwitzen, mit etwas Salz, frisch gemahlenem Pfeffer und Muskatnuss würzen. Sobald die Blätter weich sind, die geriebenen Wallnüsse untermischen, den Knoblauch hinein pressen und mit der Küchenmaschine zerkleinern. Backofen auf 200 Grad vorheizen und in ein tiefes Backblech ca. 1 cm Wasser füllen. Eier trennen. Topfen, Dotter, Parmesan und Schlagrahm gut miteinander verrühren, die pürierte Brennnessel-Bärlauchmischung dazugeben und mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss abschmecken. Eiweiß zu Schnee schlagen und unterheben. In Soufflé-Formen füllen. Diese in das warme Wasserbad stellen und den Backofen auf 120 Grad reduzieren. Backzeit ca. 35 Minuten.  


Ich gehöre ja zu den undankbaren Kindern, die den Spinat verweigert haben - das ist eine großartige Gründonnerstag-Alternative für mich.


Raschelt es in euren Gärten auch schon so verdächtig? Gibt es bereits Spuren von diesem Hasen, der bunte Eier und Geschenke bringt?



Für die Late-Shopping-Osterhasen habe ich noch einen kleinen Tipp. Der EMF-Verlag hat mich gefragt, ob ich denn das Buch von Silvia Appel, uns BloggerInnen bekannt als Gartenfräulein, vorstellen kann. Das tue ich gerne, weil ich ihren Blog äußerst sympathisch finde. Der Titel verrät schon den Inhalt: "Mein kreativer Stadtbalkon" gibt Tipps, wie und was man aus so einem Balkon alles machen kann. Ein Buch für Einsteiger, Erdwühlneulinge und solche, die es gerne werden wollen.



Bei mir raschelt es übrigens schon heftig! Aber das mit dem Verstecken muss der Hase noch etwas ausbauen - finde ich!


Meine Lieben und Wunderbaren, ich wünsche euch ein wundervolles Osterfest, tolle Feiertage und schöne Stunden mit euren Lieben. Und ich wünsche euch einen Hasen, der nicht sich, sondern Geschenke versteckt!
Alleralleraller Liebste Grüße
Tante Mali