Donnerstag, 30. Juli 2015

Ein Sommernachtstraum ... Tante Mali meets Turbohausfrau!


Herzlich willkommen, meine Lieben und Wunderbaren, herzlich willkommen zu meinem 100. Post und einem kleinen Blogexperiment. Susi L., die Turbohausfrau von Prostmahlzeit  und ich haben uns dafür zusammengetan. Wir haben uns gedacht: Sie kocht fantastisch und superkreativ, ich kann ein wenig dekorieren. Da liefert doch die eine, in dem Fall Susi das Rezept und ich decke den Tisch. Gemeinsam erlebt ist dieser Sommer wirklich ein Traum!  



Die Abende wollen, dass man draußen ist, dass man ein paar liebe Menschen um sich versammelt. Die nackten Füße aufs Gras gestreckt tratscht, lacht, genießt und in einen Himmel schaut, auf dem vielleicht eine Sternschnuppe zu entdecken ist.




Eine Holzpalette als Tisch. Die Pölster kennt ihr von hier und alles, was an Katzensilber im Haus war, wurde in den Garten geschleppt. Kleine Bilderrahmen dienten als Serviettenringe, die Marokkanischen Teegläser als Kerzenständer, der Elefant aus Indien und die Muscheln aus Kambodscha einfach nur der Dekoration.



Und Susi L. hat drinnen gekocht - virtuell versteht sich - sie hat mit ihrem Marillensenf diesem Abend ihren wundervollen, kulinarischen Stempel aufgedrückt. Hmmm.... 



Und so lauten ihre Angaben dazu:
100 g helles Senfpulver
50 g dunkle Senfkörner (ersatzweise Pulver, aber das färbt nur den Senf dunkler und macht keine hübschen Pünktchen)
500 g Marillen
100 ml milder Weißweinessig
1/2 EL Salz 
1 EL Zucker
1 EL Koriander
Marillen waschen und entkernen. Mit Salz und Zucker vermengen, zudecken und über Nacht Saft ziehen lassen. Am nächsten Tag weichkochen, auskühlen lassen, durch eine Flotte Lotte passieren.
Die dunklen Senfkörner mit den Korianderkörnern trocken anrösten, auskühlen lassen, in einen Zerkleinerer geben und fein mahlen. Alle Zutaten vermischen und mit einem Hangler zudecken. Eine weitere Nacht stehen lassen, in Twist Off-Gläser füllen.
Der Senf muss kühl und offen reifen, daher wirklich alle Zutaten ausgekühlt verarbeiten und die Ruhezeit einhalten. Der Senf sollte nun eigentlich noch ein paar Wochen kühl und dunkel stehen, bevor man ihn isst - wenn man das aushalten kann ...



Ein Geständnis zum Schluss: Ich hab es nicht ausgehalten. Der Senf ist bereits ratzeputz verdrückt. Danke, liebe Susi, für das tolle Rezept. Euch, viel Freude beim Nachmachen, er ist ein Gedicht. 
Mit vollem Mund spricht man nicht und mit einem vollen Bauch schreibt es sich schwer ... daher, meine Lieben und Wunderbaren, schicke ich euch die allerliebsten Sommergrüße und hoffe, es geht euch allen gut. Danke für eure lieben Besuche und genießt diesen Sommer, er ist ein Traum.
Tante Mali


Donnerstag, 23. Juli 2015

Geliebte Hortense


Sie war die Tochter der Königin, die Geliebte des Malers, ein unglückliches Mädchen aus gutbürgerlichem Haus. Sie war Figur vertrackter Romane und Heldin von Geschichten, die das Leben schrieb. Die schöne, die geliebte Hortense weht durch die Literatur, die Geschichte, die Kunst. Bei mir sitzt sie auf der alten Kinderschaukel unter dem Kirschenbaum, ungerührt von all dem Ruhm und dennoch attraktiv. 


Die Schneeballhortensie war zu schneiden und ich habe sie kurzer Hand im Garten verteilt. 




Ich hab nur ein paar der über 90 Arten, natürlich sind Bauernhortensien dabei und eine Eichblatthortensie auch. Eine Burgundy, sie hängt gerade mit ihrer Freundin auf der Wäscheleine ab. 




Ihre Schwerster hat sich in den Kiesgarten verzogen und genießt mit mir das Abendlicht. Bevor ich ganz zwischen den Blumen und Blättern und letztlich im Dunkel verschwinde, möchte ich dem Team von floraheld für die reizende Blogvorstellung danken. floraheld ist ein junges Start-up das Preise von Blumensträußen vergleicht. Und euch, meine Lieben und Wunderbaren, danke ich auch! Es ist einfach wundervoll mit euch diesen traumhaften Sommer zu genießen. 
Carpe Diem!!!
Tante Mali



Donnerstag, 16. Juli 2015

Green Corner - oder: Gemüsedschungel


Jedes Jahr, meine Lieben und Wunderbaren, jedes Jahr nehme ich mir vor, einen aufgeräumten Gemüsegarten zu haben. Die Zeilen nach der Schnur gezogen, die Pflanzen in Reih und Glied, ein zum Bersten praller Salatkopf neben dem anderen - ordentlich eben. So, wie man sagt, dass es sich gehört. 


Und dann, dann keimt da und dort ein Samenkorn vom Rittersporn, wird irgendwo zwischen Buschbohnen und Fenchel ein Rucolapflänzchen groß, streiten sich das Basilikum (Dark Opal) und der Vietnamesische Koriander um den Platz an der Sonne und werden dabei arg von der wuchernden Physalis bedrängt. Mein Gemüsegarten widersetzt sich beharrlich dem Ordnungsprinzip und wieder wurde der Wunsch von der Wirklichkeit einfach ausradiert. 




Auch, weil der Bienenfreund (Phacelia tanacetifolia) sich, einmal zur Bodenverbesserung gesät, immer und immer wieder blicken lässt.
ABER: Zu ernten gibt es dennoch genug.
Rote Ronen z. B. (andernorts auch Rote Bete genannt) bei mir sind es die rot-weiß-rot gestreiften Tonda di Chioggia, Buschbohnen natürlich auch ...



... und weil kein Mensch auf dieser Welt soviel Rucola in Salatform essen kann, wie er bei mir wuchert, hab ich ihn zu einer Tarte vermantscht. 
Für den Teig:
130 g Weizenmehl, 130 g Dinkelmehl, 1 Ei, 150 g weiche Butter,
etwas Salz
Alle Zutaten mit der Hand zu einem glatten Teig verarbeiten und ca. 1 Stunde kühl stellen.

Für den Belag:
250 g Ricotta, 250 g geräucherter Almschoten, 250 ml Schlagobers
3 Eier, 1 chinesischer Knoblauch, 100 g frische Walnüsse gehackt,
1 gutes Bündel Rucola, weißer Pfeffer aus der Mühle, Salz, etwas Muskatnuss, etwas Butter
 Zubereitung:
Butter in einer Pfanne leicht erwärmen, grob geschnittenen Rucola und gehackten Knoblauch dazugeben, mit Salz, Pfeffer und Muskatnuss würzen und kurz erwärmen – zur Seite stellen und abkühlen lassen. Den Almschoten mit der Gabel zerdrücken und mit dem Ricotta, den Eiern und dem Schlagobers mischen. Zum Schluss die Nüsse und den kurz gegarten Rucola darunter heben.
 Zwischen zwei Packpapierblättern den Teig rund ausrollen. Etwas größer als die Tarte-Form, damit man die Ränder noch formen kann. Den Boden mit der Gabel einstechen.

Backofen auf 180 Grad vorheizen und den leeren Teig ca. 5 bis 7 Minuten backen. Herausnehmen, die Fülle in die Tarte geben und für 20 Minuten noch einmal in den Ofen schieben. Ein paar frische Rucolablätter als Garnierung auf die Tarte geben und noch heiß servieren. 



Wer, so denke ich mir, braucht schon das Prinzip Ordnung, wenn er dennoch köstlichst aus dem eigenen Garten speisen kann! Wenn meine Gemüsebeete unbedingt den anarchischen Aufstand proben wollen, dann sollen sie's doch tun. 
Danke für eure reizenden Besuche, meine Lieben und Wunderbaren! Ich wünsche euch eine sommersonnige Gute-Laune-Zeit
Tante Mali

Donnerstag, 9. Juli 2015

More than beautiful - Gartenwerkzeug aus Kupfer


Herzlich willkommen, meine Lieben und Wunderbaren, ich freue mich so sehr, dass ihr da seid. Auch weil ich mit euch eine Freude teilen möchte, denn dann wird sie gleich doppelt so groß! Ich habe neues Gartenwerkzeug! Aus Kupfer! Handgeschmiedet! Die Griffe aus geöltem Buchenholz! Viel zu schön, um es gleich in die Erde zu stecken, hab' ich mir gedacht - und schnell damit einen Tisch dekoriert. 



Ein paar Stücke Rinde, aus einem Wollrest eine Schnur gehäkelt und mit Frauenmantelblüten geschmückt, ein altes Tischtuch aus Leinen und - ja, eine Handschaufel, einen Mini Sauzahn und eine Jätschlinge. Ich sag' euch, der Schwarzwälderkirsch-Gugel mit geeisten Weichseln freute sich wie ein Hutschpferd, als er auf der Schaufel saß. 





Ich hätte mir niemalsnienicht gedacht, dass ich mich einmal in Arbeitsgeräte verlieben werde. Aber ihr müsst doch zugeben, sie sind wunderschön. 




Hergestellt wird das Gartenwerkzeug aus Kupfer (es gibt auch große Teile) in einem kleinen, wie feinen Betrieb im österreichischen Salzkammergut. Um genau zu sein bei PKS Bronze in Bad Ischl - ja genau dort, wo einst die Monarchie auf Sommerfrische war. Nicht nur, dass es in Handarbeit gefertigt wird, nicht nur, dass es wunderbar in den Händen liegt, nicht nur, dass es ökologischen Gesichtspunkten folgt, es hat eine wesentlich längere Lebensdauer als Eisen, rostet nicht und muss auch nicht gepflegt werden ... ha! Außerdem trägt es zur Bodenverbesserung bei.  Ähhm - würde es tun, wenn ich es endlich verwenden würde. 



Aber bitte, ihr seht, ich hab zumindest schon den Strick durch die vorgebohrten Löcher gezogen. 


Wer sich jetzt genauso verliebt hat, wie ich mich verliebt habe, der schaut doch einfach auf www.kupferspuren.at vorbei. Da gibt es noch viel, viel mehr von diesen edlen Stücken zu sehen. Einen Damenspaten z.B. und das finde ich toll!  Ich, für meinen Teil, probiere jetzt einmal diesen Sauzahn aus, oder doch die Schaufel, obwohl ... unerwünschtes Kraut gäbe es auch genug ... also vielleicht dann doch die Jätschlinge zuerst ... 


... bis ich zu einer Entscheidung komme, kann dauern. Daher wünsche ich euch eine wundervolle, großartige und sommersonnige Zeit. Lasst euch umarmen!!!!
Tante Mali

Donnerstag, 2. Juli 2015

Die herbe Schwester der Kirsche



Man kann sich, so sagt man, seine Verwandtschaft nicht aussuchen. Obwohl: Meine ist eigentlich wunderbar und wenn sie nicht wunderbar ist, dann ist sie ok, oder man hat ohnehin keinen Kontakt ... aber jetzt verzettel ich mich. Eigentlich sollte es ja um die Weichsel und die Kirsche gehen. Um die Sauerkirsche also und die Süßkirsche, denn das ist ein nahezu grenzgeniales Geschwisterpaar. 


Die eine, die süße Verführung, der Kuss der Circe, die andere in vornehmer, ein wenig herber Zurückhaltung geübt. Die Kirschen zum Naschen, die Weichseln zum Konservieren, hieß es in meiner Kindheit. Also saßen wir auf dem Kirschenbaum und hatten auch immer etwas Bauchschmerzen, wie es schon bei Astrid Lindgren heißt, um anderntags auf den Weichselbaum zu wechseln, wo wir als familiäre Erntehelfer beschäftigt waren. 



Heute mache ich das alles in Personalunion - das Naschen, das Ernten und das Einkochen auch. So ist das eben, mit dem Erwachsensein. Diesmal gibt es selbstgemachtes Weichselketchup mit Kräutern, Gewürzen und ... ordentlich scharf!!!


Es schmeckt sensationelllllll .... und wer es nachmachen möchte, sollte folgende Angaben als Richtwert verstehen. Jeder hat ja so seine geschmacklichen Gewürzphantasien. Auf eineinhalb Kilo Früchte habe ich 5 Schalotten genommen - langsam angeröstet, dann drei Zehen Knoblauch, ein ordentliches Stück Ingwer und Thymian dazu gegeben und mit etwas Balsamicoessig aufgegossen. Köcheln lassen. Kardamom, Kreuzkümmel, Koriandersamen ohne Öl anrösten, mörsern und dazugeben, salzen,pfeffern, süßes Paprikapulver untermischen. Dann die entkernten Früchte beimengen, ca. 50g braunen Zucker, Lorbeerblätter, Minze, frischen, vietnamesischen Koriander (gehackt), abgeriebene Schale einer Zitrone (ich hab meine eigenen) und ordentlich, ich meine so ordentlich, wie es jeder für sich mag, frische Chilli dazu. Köcheln lassen und mit Balsamico abschmecken. Nach dem pürieren abfüllen und fertig. Da ich ohne Konservierungsmittel arbeite, stelle ich die Flasche in den Kühlschrank und friere portionsweise ein.




Nein, natürlich ist das noch nicht alles. Es gibt auch in diesem Jahr die Abwandlung der klassischen Marmelade mit Rosmarin, Chili, Ingwer und Whisk(e)y. Schmeckt fantastisch zu dunklem Fleisch und Käse.  


Und weil die Küche ohnehin schon völlig angesaut ist, hab ich schnell noch einen Weichselsmoothie gemacht. Der fängt jetzt meine freien Radikalen ein und regelt, so will es die Forschung, meinen Schlaf.


Na dann, Prost meine Lieben und Wunderbaren. Kommt doch wieder einmal auf ein Gläschen vorbei. Ich freue mich doch so!!!
Eine wundervolle wie genussvolle Zeit wünsche ich euch, sonnige Tage und viel Spaß! Ich versuche nun, den Urzustand meiner Küche wieder herzustellen, aber davor noch einmal alle fest geherzt
Tante Mali