Donnerstag, 27. August 2015

Altholzmanufaktur - oder: Aus alten Balkonbrettern werden Dekojausenbrettchen


Wie alles im Leben hat auch diese Geschichte ihren Anfang und wird wohl kaum ein schnelles Ende finden... denn, wenn so eine Schwester ihren Holzbalkon erneuert, dann fällt durchaus eine erkleckliche Summe an Brettern an. Ich habe so eine Schwester. Glücklicherweise, das sei betont!


Die Stichsäge murrte auch schon, sie fühle sich erheblich vernachlässigt, vom Himmel fiel der Regen, Gartenwurschteln fiel also aus ... da könnte man sich doch in der Kunst der Altholzmanufaktur üben, wobei die Betonung auf ÜBEN liegt, denn ich hab nur aus ein paar Brettern Brettchen gemacht. 



Die allerdings machen sich gut an der Hauswand des Wirtschaftsgebäudes, das bereits mehrmals erklärte, eine neue Deko täte Not. 





Der Zierkürbis - er war übrigens ungefragt im Garten eingezogen - hatte unlängst eindeutig seine Reviergrenzen überschritten. Er war dabei die Rablerrose zu erwürgen... jetzt wohnen seine Früchte auf der Terrasse. In einer aus Gartnstrick gehäkelten Schale, die über den Sommer gut Patina angesetzt hat. 



Dem Hütehund wiederum war das alles völlig egal. Eine Deko, die man nicht essen kann, findet er - auf gut österreichisch gesagt - extrem fad!




Fortsetzung folgt bestimmt! Für heute danke ich euch, meine Lieben und Wunderbaren für den reizenden Besuch. Eine wundervolle Zeit wünsche ich euch und
keep smiling!
Tante Mali

Donnerstag, 20. August 2015

Endless Summer ....!!!!


Am liebsten würde ich diese Sommerabende konservieren! Am liebsten würde ich sie irgendwie haltbar machen, vielleicht sogar zu Kompott verarbeiten, wie es früher meine Mutter mit den Birnen tat. 




Am liebsten würde ich dieses Licht in ein Glas stecken. Es würde wie Honig sein. Golden und süß und warm. Dann könnte ich es öffnen, wenn die Tage kühler, kürzer und grauer werden. 





Am liebsten wäre mir, ich könnte die Wärme auf meiner Haut speichern, die Sternschnuppennächte, die Terrasse im Kerzenschein.


Am liebsten wäre mir ein Sommer der bleibt!


Ach, meine Lieben und Wunderbaren, ich wünsche mir und euch noch ein paar dieser wundervollen Abende! Habt es einfach nur fein!!!
Eine feste Umarmung!
Herzlichst 
Tante Mali

Donnerstag, 13. August 2015

Lesefutter und kalte Suppe


Bei 30 Grad im Schatten, da beginnt das Leben unter dem Apfelbaum. Da wird die Liege in den Schatten gestellt und selbstgemachter Weichselsaft in die Karaffe gefüllt. Da gibt es immer das eine oder andere Sommerbuch. Drei der besten, die ich kürzlich gelesen habe, sind meine Sommerlektüre-Empfehlung für euch.



Anatomie der Wolken von Lea Singer.
Ich liebe ja grantelnde, alte Männer. Ich liebe sie, wenn sie klug granteln und wenn sie zwischen zwei Buchdeckeln eingeklemmt sind. Beides trifft auf den Goethe zu, den Lea Singer in ihren Roman gepackt hat. Es ist ein Goethe, den es vorne und hinten zwickt, für den die Eroberung der holden Weiblichkeit nur noch wehmütige Erinnerung ist und dem zudem die Felle davonzuschwimmen drohen, kommen da doch diese Romantiker auf. Allen voran dieser Wolkenmaler Friedrich, Caspar David Friedrich, dessen Bilder - so Goethe - genauso gut verkehrt herum aufzuhängen sind. Was ist das denn für eine Kunst? Goethe und Friedrich, zwei Genies, zwei Epochen. Lea Singer beschreibt was passiert, wenn zwei so unterschiedliche und leidenschaftliche Charaktere aufeinanderprallen - und das tut sie mit einer scheinbaren Leichtigkeit, witzig und sehr schlau. 



Hotel du Nord, Eugene Dabit.
Das Hotel du Nord steht am Pariser Kanal St. Martin und ist weit entfernt davon, ein chices Haus zu sein. Hier wohnen Arbeiter, Wäscherinnen, Kutscher ... manche davon Weltrevolutionäre, manche einfach nur fleißig und dennoch arm. Manche von der Liebe betrogen, manche selbstverständlich von Männern auch. Doch am Abend stellen sie die Tische und Stühle nach draußen und trinken auf den, der eine Lokalrunde spendiert. Ihnen allen hat Eugene Dabit eine Stimme gegeben. Er erzählt ihr Schicksal und er kennt und er liebt die Menschen, über die er schreibt. Als das Buch 1929 in Paris erscheint, wird es ein Erfolg, längst zählt es zu den Klassikern der französischen Literatur. Julia Schoch hat es neu übersetzt.


Seit "Wassermusik", seinem ersten Roman, habe ich kein Buch von T.C. Boyle ausgelassen. Abgesehen davon, dass dieser Mann einfach sensationell schreiben kann, gibt es zwei Dinge, die mich faszinieren: Kein Buch gleicht dem anderen und: Die Virtuosität mit denen er seine Charaktere schafft. So als säße er in deren Kopf. Das tut er in Hart auf Hart auch und vielleicht sogar mehr als in seinen früheren Werken, wenn er beschreibt, was sich in Adams Gedankenwelt alles so abspielt. Denn Adam, Sohn eines Schuldirektors und Kriegsveteran ist einer, der nichts auf die Reihe kriegt, einer der von einem Psychiater zum anderen gewandert wurde, einer, der in die Wildnis zieht. Er wird Sarah kennenlernen, viel älter als er, aber auch eine, die sich gegen das amerikanische System stellt, gegen Staatsgewalt und Bürgerpflicht. Boyle schreibt über die Illusion von Freiheit außerhalb der Grenzen einer Gesellschaft und er schreibt darüber, was passiert, wenn einer es ernst meint, im Kampf gegen seine Feinde. 


Vom Lesefutter zum wirklichen Essen.... bei den Temperaturen darf es doch ein kaltes Süppchen sein.
Rote Ronen Suppe mit Gurken. (Schnell die Übersetzung für die Ronen: Rote Beete, Rote Rüben, Rande) 


3 mittelgroße Rote Ronen, 1 große Salatgurke, 1/2 Liter Buttermilch, Knoblauch, Salz, Pfeffer, Rukola, Petersilie, rotes Basilikum.
Rote Ronen in Alufolie einwickeln und wie Ofenkartoffeln im Backofen garen, abkühlen lassen, schälen. Gemeinsam mit der Gurke in der Küchenmaschine zerkleinern, Würzen und mit Buttermilch aufgießen. In den Kühlschrank stellen. Schmeckt am besten wirklich kalt.  Ich habe die Suppe mit Tondo di Chioggia gemacht, das sind die gestreiften. Sie schmecken weniger erdig, das Rot verblasst beim Garen, daher ist die Suppe so hell.



Viel Spaß beim Nachmachen! Viel Spaß beim Lesen! Viel Spaß beim Genießen! Habt eine wundervolle Zeit, meine Lieben und Wunderbaren! Ich verzieh mich wieder unter meinen Apfelbaum.
Fühlt euch fest umarmt
Tante Mali



Freitag, 7. August 2015

Fundstücke


Ja natürlich, meine Lieben und Wunderbaren, natürlich und selbstverständlich bin ich auch eine Jägerin und eine Sammlerin. Auf den sonntäglichen Flohmarktgängen regt sich der ausgestorben geglaubte Homo erectus in mir.  Da fange ich zwar keine Fische und erlege kein Wild, dafür sammle ich Schätze, die für andere wertlos geworden sind.



Da eine Vase, dort einen Bilderrahmen, andernorts zwei Seeigel oder einen Mini-Nachbau-Krieger der Terrakotta-Armee. Nichts passt scheinbar zusammen und fügt sich dennoch gut zueinander, als folge es einem mir unbekannten Naturgesetz. 


Unlängst war auch ein Kerzenständer und die Abdeckplatte einer alten Nähmaschine dabei. Sie wurde zu einem Bilderrahmen umfunktioniert. Die selbst gemachten Foto-auf-Leinen-Drucke kennt ihr ja noch von hier . Ich hab einfach zwei Bilder mit Heißkleber im Rahmen fixiert. Dahinter steht ein alter Spiegel und fängt Licht und Umwelt ein.





Die Seeigel wohnen in einer alten Schublade. Mal sehen, was in Zukunft noch zu ihnen finden wird. 



Derzeit dienen sie als kleine Vasen. Ein Glasbehälter ist in ihrem Hohlraum versteckt. Eine einzelne Edelwicke findet darin genügend Platz. 


Danke für eure Besuche, meine Lieben und Wunderbaren! Ich wünsche euch eine wundervolle, glückliche, genussvolle Zeit! Und: Ich freu mich so über euch!!!!
Fühlt euch ganz fest umarmt
Tante Mali