Donnerstag, 20. April 2017

Mezzogiorno - La dolce vita


Ein gutes Mittel gegen die polare Kaltluft, dachte ich mir, als ich die Bilder von meiner kleinen Osterreise für den Post vorbereitet habe. Blauer Himmel, blaues Meer, Glyzinien auf den Häusern, eine Tasse Cappuccino und ein Stück "la dolce vita" ... aufgeschnappt, genossen, eingepackt und mitgenommen. Für mich und von Herzen auch für euch.



Kalabrien und die Basilikata duften nach Wein, Oliven und Rosmarin und schon das Wort Mezzogiorno zergeht auf der Zunge wie eine Kugel Cassata-Eis (übrigens eine wundervolle Kindheitserinnerung). Ein architektonisches Sahnehäubchen obendrauf sind sicher die Trulli in Alberobello. 



Die Steinhäuser mit ihren "Hutdächern" oder korrekt Kraggewölbe sind UNESCO-Weltkulturerbe und waren mit ein Grund, warum es diesmal in den Süden Italiens ging. 



La vita all'italiana - dieses wundervolle wie unvergleichliche Schauspiel des italienischen Lebens beobachten, verträumte Orte besuchen, Herzenswärme geschenkt bekommen ... endlose Olivenhaine und Weizenfelder, sanfte Hügel, verknitterte Berge, weiße Dörfer. Die Basilikata ist eine Landschaft die beides sein zu wollen scheint: Bescheiden und dramatisch. Um diese Jahreszeit blüht immer irgendwo - gelb wie die Sonne - der wilde Riesenfenchel und roter Mohn. 



"Christus kam nur bis Eboli", sagt man in Matera der alten Höhlenstadt in der Basilikata. Noch in den 50er Jahren bettelarm, wird sie 2019 die Kulturhauptstadt Europas sein. Aus gelben Tuffstein geschnitten, ist die Altstadt ein mehrstöckiges Labyrinth aus Häusern, Höhlen, Gassen, Treppen und kleinen Plätzen, die nicht selten die Dächer weiterer Häuser sind. 



Und als wäre das nicht schon Grund genug für eine ordentliche Portion Bewunderung, wechseln die Häuser von Stunde zu Stunde die Farbe und passen sich jener des Himmels an. 


Geheimtipp, der nicht im Reiseführer steht: Sant'Angelo Le Fratte, ein Dorf knapp an der Grenze zu Kalabrien - Jedes Haus, auch der noch so kleinste Weinkeller, sind mit Wandmalerei verziert. 



Dass die Küche großartig ist, der Wein dieser Gegend einer der besten Italiens und die Menschen wundervoll, brauche ich nicht extra zu erwähnen. Was ich allerdings hoffe ist, dass euch die Bilder ein wenig gewärmt haben, ich zumindest leide derzeit an einem akuten Kälteschock!
Eine feine Zeit wünsche ich euch ihr Lieben und Wundervollen, habt eine gute Woche und: Die Hoffnung auf Frühling stirbt zuletzt.
Tante Mali


Donnerstag, 6. April 2017

Gemüsegarten Makeover


Hierzulande, sprich in meinem Garten, ist das mit den Baustellen so eine Sache: Es gibt die eine oder andere Überlegung, aber keine dringende Notwendigkeit, es gibt den einen oder anderen Wunsch und während man mit etwas ganz anderem beschäftigt ist, fällt einem ein Projekt hinterrücks an wie ein wildes Tier, verbeißt sich und lässt nicht mehr los. 



So bin ich nicht nur zu zwei Hochbeeten, sondern auch zu einem ganzen Gemüsegarten-Makeover gekommen. Aber der Reihe nach. Hochbeete zu bauen ist wirklich keine große Hexerei. Beim Schrauben der Bretter immer schön von oben beginnen, dann ist der Abschluss perfekt. Teichfolie war noch vorhanden, das war's dann auch schon. 



Und dann, dann kommen die berühmten WEILS. Weil es der Holzlieferant zu gut gemeint hat und noch Bretter übrig waren, wurden auch noch Beete umrandet. 
Weil mir das Jäten der Wege auf die Nerven geht und noch Karton da war, habe ich die Wege mit Karton abgedeckt, eine Unkrautfolie darübergelegt und dick mit Rindenmulch bestreut. 



Weil es beim Baumarkt in der Holzabfallkiste Zaunbrettereste gab, mussten die mit. Sie haben ein Loch gebohrt bekommen (weil sie mir zu langweiligen waren) und dienen jetzt als Abschluss für die Blumenrabatte. 





So ging ein wenig Zeit ins Land und der Pfirsichbaum begann zu blühen...



... zugegeben auch deshalb, weil aus den Resten der Bretter noch Herzen gemacht werden mussten. Funktioniert ganz einfach: Jeweils eine Hälfte der Herzen auf das Brett aufzeichnen und ausschneiden, die Kanten etwas abschleifen, Löcher bohren und mit Bindegarn zusammenbinden.



Weil ein Mensch bekanntlich nie genug Herzen im Garten haben kann, wurden aus einem Stahlband auch noch zwei gemacht. Stahlbänder sind die Dinger, mit denen u. a. in Baumärkten größere Packstücke "umreift" - ja so heißt das wirklich - werden. Sie sind ein wenig störrisch, aber es ging am Ende doch. 





Und dann, dann kam noch dieses wundervolle Buch von Doris Kampas bei mir an. Ein wirklich umfangreicher, interessanter und gut geschriebener Ratgeber für das Gestalten von Biogärten. Doris Kampas hat sich auf den Nutzgarten konzentriert und ein Nachschlagewerk geschaffen, das sowohl für Gartenneulinge als auch für "kampferprobte" GärtnerInnen eine wirkliche Bereicherung darstellt. 



Mir hat es vor allem das Kapitel Anbauplanung, Fruchtfolge und Ganzjahresertrag angetan, in dem sie unter anderem gute Beetnachbarn, Vor- und Nachpflanzung genau und übersichtlich auflistet. Biogärten gestalten von Doris Kampas ist im Löwenzahn Verlag erschienen: 
http://www.loewenzahn.at/page.cfm?vpath=index
und wird mich sicher noch durch so manche Gartensaison begleiten.


Ach ja ... weil im Keller noch alte Handtuchhalterungen fürs Badezimmer herumlungerten, wurden die noch auf die Hochbeete montiert ... und weil kindlicher Spieltrieb immer auch ein wenig meine Arbeit bestimmt, haben die Erbsentipis in diesem Jahr einen Wimpelkette bekommen :)! (Wenn ihr dem Erbsentipis-Link folgt, dann könnt ihr auch sehen, wie der Gemüsegarten exakt vor drei Jahren ausgesehen hat.)




Und weil das Tantchen zu Ostern immer auf Reisen ist, wünsche ich euch jetzt schon ein wundervolles Fest, Frohe Ostern und eine traumhaft schöne Zeit.
Lasst euch ganz fest drücken und herzen und knuddeln und vor allem: Lasst es euch gut gehen!
Tante Mali



Donnerstag, 23. März 2017

Kein neues Gartenprojekt und ein Buch


Herzlichst willkommen ihr Lieben und Wunderbaren, ich hoffe, es geht euch sehr, sehr gut. Viel gibt es heute nicht zu berichten, denn hier gibt es kein neues Gartenprojekt.



Warum auch? In diesem Garten gab es im Frühling noch nie ein neues Gartenprojekt. In diesem Garten gab es im Frühling, Sommer, Herbst und Winter lediglich wichtigste Wichtigkeiten, notwendige Notwendigkeiten, dringende Dringlichkeiten und wohlgeplante wie gut überlegte Spontanaktionen nach dem Motto: "Ja, selbstverständlich hätte ich die Lärchenbretter gerne vorgestern geliefert, was denken Sie denn?" 



Manchmal können "Material-Zulieferer" wirklich eigenartige Fragen stellen, findet ihr nicht auch? Nun denn, sei's wie's sei, die Bretter kommen ... ähm bald, die Kanten sind abgestochen, die Erde gesiebt, die Schrauben warten, der Akkubohrer ist aufgeladen und in meinem Gemüsegarten sieht es aus als hätte ein mittelgroßes wildes Tier (also ich) gewütet. Ein Teil vom Strauchschnitt liegt zerkleinert als Sahnehäubchen oben drauf. 


Nachdem mein Nachbar auf der Seite meines Gemüsegartens seit Jahren eine äußerst erfolgreiche Nacktschneckenzucht betreibt, habe ich mich entschieden, Hochbeete zu bauen. Denn diese nachbarschaftliche Nacktschneckenzucht funktionierte nur durch meine liebevolle Futtergaben in Form von jungen Pflanzen aller Art. Bei aller Tier- und Nachbarschaftsliebe, mir reicht's!!!! Mein "kein neues Gartenprojekt" sind Hochbeete mit Schneckennasen und aus :)!


Weil, wie meine Omi immer sagte, wer arbeitet auch essen muss, hab ich noch einen Tipp für ein wirklich sehr, sehr schönes Buch für euch. Nicht nur frankophilen Seelen wir "Voilà, das Flair des Südens" gefallen. 



Kerstin Hesse hat darin so wundervoll das französische "savoir vivre" eingefangen, dass man beim Ansehen glaubt, von irgendwo im Haus ein Chanson zu hören, das den Geruch von Käse, Lavendel, frischem Baguette und würzigem Wein mitbringt. 



Wundervolle Fotos, wie aus einem liebevollen Reisetagebuch und ausgesucht hmmmmm schmatz gute Rezepte ... aber schaut doch einfach einmal selbst. Voilà ist in der BusseCollection erschienen und vielleicht auch eine kleine Idee für ein Ostergeschenk.



So, und jetzt hab ich Hunger :)! 
Ich wünsche euch, ihr Lieben und Wunderbaren, eine zauberhafte (projektlose) Frühlingszeit.
Carpe diem!
Tante Mali

P.S. Ach ja, habt ihr diese Schuhe auf Living & Green schon gesehen????? 




Donnerstag, 16. März 2017

Slow down ... denkt sich mein Garten


Herzlichst willkommen, ihr Lieben und Wunderbaren, zu einem Post, der einem unsortierten Bauchladen gleicht und damit nichts anderes als von einer Woche im Garten erzählt. Einem Garten, der es in diesem März langsamer angehen lässt, als in den Jahren zuvor. 


Dort, wo die Frühblüherwiese ab Mitte März ein beliebter Bienentreffpunkt ist, zeigen sich heuer erst Frühlingsknotenblumen und Winterlinge. Der dicke Parker ist ein treuer Arbeitsbegleiter und wird erst gegen Mittag auf einen Pflanzstab gehängt. Der Bärlauch wackelt noch nicht mit den Ohren, dafür allerdings sitzt das Rotkehlchen ständig in meiner Nähe, weil dort wo aufgeräumt wird, immer etwas zu finden ist. 



Dem Obelisken waren zwei Stäbe abgebrochen, so habe ich die beiden anderen auch abgesägt. Rankende Hornveilchen, so dachte ich mir, wäre doch ein Züchtungsversuch wert :).


Keine Neuzüchtungen, sondern für mich neue alte Sorten kommen in diesem Jahr übrigens ins Gemüsebeet. Die Arche Noah  und Reinsaat waren so nett und haben mir drei Samenpäckchen überlassen. Wie ihr wisst, bemühen sich beide um biologisches Saatgut und Sortenerhaltung. Für die Zuckererse "Schweizer Riese" werde ich in diesem Jahr wohl höhere Erbsen-Tipis bauen müssen. Die Damen werden zwei Meter hoch und versprechen große, flache Hülsen. Gespannt bin ich wirklich sehr auf den Malabarspinat, denn das ist ein Spinat der klettern kann, nach jungen Maiskolben schmeckt und aus Indien stammt. 
Noch allerdings ernte ich den Feldsalat, der bei uns Vogerlsalat heißt, aus dem Hochbeet. 

Und was noch? Na ja, Hornveilchen verteilt und die alten Holzhasen wieder hervorgekramt. 




Und weil der Holzwurm in mir auch jetzt nicht ruhen möchte, schnell ein paar kleine Hänge-Töpfe aus einem Astabschnitt (Anleitung) gemacht. 


Hier, ihr Lieben und Wunderbaren, endet für diese Woche das Angebot in Tante Malis Bauchladen. Ich hoffe, es war etwas für euch dabei. 
Ich ziehe jetzt meinen dicken Parker an und räume wieder den Winter aus den Beeten. Ganz bestimmt treffe ich das Rotkehlchen und den Amselhahn.
Fühlt euch fest gedrückt, habt eine feine Zeit, findet ein Stück Glück und genießt das Leben
Tante Mali

Donnerstag, 9. März 2017

März und der Frühling im Topf


März, das ist doch der Monat, der die Brücke vom Winter in den Frühling schlägt. Manchmal selbst an einem Tag. Morgens noch Frost, mittags im T-Shirt, abends wird der Ofen geheizt.



März, das ist der Monat, in dem die Frühlingsknotenblumen in den Pflanzgefäßen blühen und der Blumengarten in einen Tontopf passt.





Der Monat, in dem wohl jede Gärtnerin und jeder Gärtner in unseren Breitengraden Stiefmütterchen und Hornveilchen in Töpfe verteilt. 





Bezeichnend für diesen Monat mag auch sein, dass Gartenmenschen vorwiegend in gebückter Haltung anzutreffen sind ... weil sie sehen wollen, was da klein und fein aus der Erde kommt und weil es im Rücken etwas zieht, da sich der Körper erst wieder in die Gartenarbeit einüben muss.



März, das ist der Monat, in dem der Garten an der einen Stelle erst langsam erwacht ...




... und an der anderen schon munter in die Sonne lacht.



In diesem Sinne, ihr Lieben und Wunderbaren, wünsche ich euch eine zauberhafte und entdeckungsfreudige Zeit! Viel Spaß beim Wegräumen der Winterstiefel und beim Aufräumen des Gartens. Weil, wer arbeitet auch etwas zu essen braucht, habe ich ein schnelles Okraschoten-Rezept auf Living & Green gestellt. 




Und jetzt lasst euch ganz fest drücken und herzen
Tante Mali