Im süßen Meer der Kirschen

cherry cake recipe

Ich träumte, ich wäre versunken, tief im roten Kirschenmeer ... Ja, tatsächlich hat mich die Fülle der Früchte auf meinem alten Kirschenbaum in diesem Jahr mehr als überrascht. Rot, rot, rot bis zu den äußersten Triebspitzen hin stand mein stattlicher Krieger im Garten und hat das Tantchen ein wenig aus dem Tritt gebracht. Die Natur zeigt uns wohl derzeit, was es bedeutet, wenn die Eisheiligen ausfallen, wenn die Pflanzen - ohne noch einmal durch kalte Tage unterbrochen zu werden - wachsen und deren Früchte reifen können. 


Noch nie waren die Kirschen so früh reif, noch nie hat die Weichsel (Sauerkirsche) fast zeitgleich nach Leiter und Erntehelfer gerufen und lachten die Walderdbeeren verlockend rot in den Schattenbeeten.


Aber bleiben wir bei der Kirsche - ein Baum, groß wie ein Haus, in dem ich schon in meiner Kindheit herumgeturnt bin. Er war es, der mich immer zum Sieger machte, wenn es um das Versteckenspielen ging, er war es, der mir den Überblick verschaffte, wenn ich in seiner Krone saß. Damals wie heute lockt er mich von Jahr zu Jahr mit seinen Herzkirschen - und noch immer kann ich es kaum erwarten, bis sie leicht errötet sind. 


Ich liebe alle meine Bäume, aber der Kirschenbaum ist der unbestrittene Favorit. Er schenkt mir Früchte, Schatten, versteckt den Garten auf einer Seite vor neugierigen Nachbarsblicken, beherbergt das Blaumeisenhaus, verwöhnt die Amseln und Stare, so wie er es mit einer Schar von Menschen tut. Er ist mein stattlicher Krieger, wehrhaft gegen Wind und Wetter, gutmütig kraftvoll zugleich. 


In den vergangenen zwei Wochen hatte er täglich Besuch. Fleißige Erntehelfer und ich haben gepflückt und gepflückt und natürlich gab es den Kirschkuchen, den schon meine Mutter gebacken hat und natürlich blieben die Kerne auch diesmal drin.


Ein ganz lieber Mensch hat mir das Kirschkuchenrezept ihrer Oma mitgebracht. Mit getrocknetem Schwarzbrot, Zimt und Mandeln hat der Kuchen einen zarten Lebkuchengeschmack.


Kirschkuchen mit Brotbrösel
Zutaten:
1kg Kirschen, 150 g Butter, 150 g Zucker, 2 Pkt Vanillezucker, 6 Eier, 150 g geriebene Mandeln 1/2 Teelöffel Zimt, 200 g geriebenes Schwarzbrot, 1/10 l Rotwein, geriebene Zitronenschale.

Butter mit Zucker schaumig rühren, den Vanillezucker und die Eier dazugeben und noch einmal kräftig rühren, danach kommen Mandeln, geriebenes Schwarzbrot, Zitronenschale und Rotwein dazu.
Die Hälfte des Teiges in eine Form füllen, mit den entkernten Kirschen belegen und diese mit Zimt bestreuen. Danach die zweite Hälfte des Teiges darüber streichen. 
Bei 180 Grad für eine Stunde backen.


Selbstverständlich gab es bei mir kein altes Schwarzbrot. Ich hab also aus frischem Würfel geschnitten, diese getrocknet und dann gerieben ... das war nur halb klug, denn das Brot war so hart, dass keine Küchenmaschine damit fertig geworden ist und letztlich die gute, alte Nusshandreibe herhalten musste. Ich möchte euch diesen Kraftakt ersparen und gebe euch schnell einen Tipp. Lasst das Brot nur halb antrocknen, dann schafft die Küchenmaschine es und ihr trocknet anschließend die Brösel (Paniermehl).


Oh ja, das ist ein Nachlesepost, denn die Kirschen sind nun überreif und ich bin beim Verarbeiten der Weichseln. Grad schon steht das Weichsel-Ketchup auf dem Herd und es duftet nach Kardamom, Sternanis, Koriander und Zimt. 
So bitte ich euch um Entschuldigung für das verspätete Kirschkuchenrezept. Vielleicht merkt ihr es euch die kommende Saison, ich bin mir aber sicher, dass dieser Teig in Kombination mit Pflaumen ebenfalls sensationell schmeckt. Lauwarm, aus der Form gegessen ist er übrigens noch noch noch viel besser :)! 

Und jetzt, jetzt lasst euch herzen und drücken und eine wundervolle Zeit wünschen. Schön, dass es euch gibt
Tante Mali

Kommentare

  1. Oh, der Kuchen sieht ja lecker aus. Wenn unser Grundstück Platz für ein Kirschbaum hätte, würde ich noch heute einen Pflanzen ;o)
    Gerade habe ich ein paar Kilo Kirschen geschenkt bekommen. Diese werde ich entsteinen und eingefrieren, damit ich immer ein paar in den Smothie geben kann.
    Vielen Dank, dass du das Kuchenrezept mit uns teilst. Dieses werde ich bestimmt mal nachbacken.
    Herzliche Grüsse
    Esti

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  2. Das ist ein tolles Rezept, liebe Elisabeth! Das nehme ich mir gleich mit. Leider habe ich keine eigenen Kirschen, aber zum Glück bekommt man sie derzeit überall.

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  3. Liebe Elisabeth!
    Danke für das Rezept und die vielen schönen Fotos. Wir haben erst letztes Jahr einen Kirschbaum gepflanzt und ich hab mich wie narrisch über die Ernte von 13 Kirschen gefreut. Vielleicht geht sich nächstes Jahr dann schon ein Kuchen aus. Ich wünsch Dir eine schöne Zeit, alles Liebe
    Karen

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  4. Schöne Bilder, liebe Elisabeth und der Kuchen „hört“ sich lecker an!
    Um den Kirschbaum beneide ich dich ein bisschen, selber hab ich nämlich keinen...
    Liebe Grüße
    Andrea

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  5. Mir läuft gerade das Wasser im Mund zusammen. liebe Elisabeth.
    Schwarzbrotbrösel? Interessant. Mit Zimt? Ohhhh das wird bestimmt lecker schmecken.
    Das Rezept muss ich mir merken. Ich könnte mir vorstellen, dass der Teig auch mit Äpfeln, Birnen oder Feigen ein Gedicht ist.......
    Auch ganz lieben Dank für die schöne Geschichte rund um deinen Kirschbaum.

    liebe Grüße
    Nicole

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  6. ohhhh i kann mas scho vorstelln wia da als kloanes SCHNACKI aufn KIRSCHBAM klettert bist,,,,,
    und de MAMA gsogt,,,, pass auf,,,, das nit ocha falscht….gggggg

    tolle BUIDLN hast gmacht…. da bekommt ma glei SEHNSUCHT... nach an KIRSCHKUACHA,,,freu,,,,freu

    wünsch da no an feinen TOG
    bussale bis bald de BIRGIT

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  7. Liebe Elisabeth,
    der Kirschkuchen sieht köstlich aus und schmeckt sicher wunderbar!
    Danke für das schöne Rezept und die wieder wundervollen Bilder!
    Hab noch einen wunderschönen Tag!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  8. Wir müssen in diesem Jahr alles den Nachbarskindern, den Amseln und Staren überlassen ( Kuchen gab's trotzdem von der Nachbarin ) und eventuell den grünen Alexandersittichen. Bisher sind sie noch nicht mit radau darüber hergefallen - es scheint also auch anderswo in der großen Stadt genug "Süßkram" zu geben...
    Viel Ernteerfolg weiterhin!
    Astrid

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  9. Ich liebe Kirschen, am liebsten vom Baum grad in den Mund. Das Rezept tönt sehr vielversprechend, ich werde es mit Zwetschen oder Pflaumen versuchen. Danke für den wunderschönen Beitrag.
    Happy day
    gertrud carey

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  10. Der Kuchen klingt so lecker! Und schaut zum reinbeißen gut aus. Am Samstag habe ich kiloweise Kirschen eingekocht. Leider haben wir keinen eigenen Kirschbaum, aber ich hatte das Glück in Nachbarsgarten waren Kirschen in Hülle und Fülle zu haben und wir bekamen sie Körbeweise. Ein paar Sind noch über, vielleicht für deinen Kuchen :-) Grüß dich ganz lieb, Yvonne

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