Spätsommer im Garten

 

Herzlichst willkommen, ihr Lieben und Wunderbaren, ich hoffe, es geht euch allen gut. Während ich hier sitze und schreibe, steht ein aufrechter Halbmond am Himmel, die Tage sind merklich kürzer geworden, die Abende kühl und klar. Ende August und wieder schleicht sich diese leise Wehmut unter die Haut, die immer angekrochen kommt, wenn ich zusehe, wie der Sommer seinen Rucksack packt.

Die Rosen tragen ihre zweite Blüte, noch immer stehen die Dahlien aufrecht im Beet, doch vom Kirschenbaum lösen sich lautlos die Blätter und mein Weg durch den Garten führt an herabgefallenen Äpfeln vorbei. Ende August - das ist eine Zeit der Schwebe, ein Zwischenreich, nicht mehr Sommer und auch noch nicht Herbst. "Bleib noch," möchte ich flüstern, doch der Wind treibt hohe Wolken über einen Himmel auf dem die Schwalben ihre letzten Bahnen ziehen.

Ich bin ein Sommerkind. Ich liebe die trägen Nachmittage im Schatten, verbracht in der Gesellschaft eines guten Buches. Wo war ich nicht überall: Mit Glavinic auf dem höchsten Berg der Welt, mit Leon de Winter und Maarten 't Hart in Amsterdam, mit Thomas Keneally in Australien, mit Le Clézio auf Mauritius und hoher See und mit Italo Calvinos Helden habe ich ein ganzes Leben auf Bäumen verbracht. Ich hatte mir vorgenommen, nicht auf der Höhe der Zeit zu lesen, sondern zu Büchern zu greifen, die schon lange auf einer noch längeren Liste stehen. Wie immer, war auch dieser Sommer zu kurz. Denn die Kürbisse haben längst das Erbsentipi erobert und die Herbstanemonen sind beim verblühen.


Es wird Zeit, sich wieder mehr dem Garten zu widmen. Zeit zum Ernten und Zeit zum Säen. Die Pfirsiche sind reif, die Himbeeren und auch der Gemüsegarten produziert reichlich und gut.



Nun, die Größe meines Gemüsegartens ist überschaubar, aber mit einem kleinen Trick, wird im kommenden Jahr noch ein wenig mehr darin wachsen können. Wie ihr wisst, sind Kürbisse die geborenen Eroberer und ein raumgreifendes Volk. Ich will und kann allerdings einfach nicht auf sie verzichten. Als Starkzehrer saugen sie alles aus dem Boden und bei diesem ALLEM weiß ich gerne, woher es kommt. Von meinem Komposter und nicht von einem vormaligen, wie auch immer behandelten Mais- oder Getreidefeld. Nun, lange Rede kurzer Sinn, in einem Anflug von spätsommerlicher Arbeitswut wurde über das Kürbisbeet ein Hochbeet gestellt.

Es ist ein weiteres Produkt von Bio Green, das ich testen darf, steht auf massiven Beinen und gibt mir die Möglichkeit, unten die Kürbisse und oben Salat, Radieschen, Kräuter und sonstiges wachsen zu lassen.

Auch dieses Hochbeet ist aus unbehandelten Lärchenholz und lässt sich einfach mittels eines Stecksystems zusammenbauen. Ich habe es euch in meinem "Problembehandlungs-Post" bereits einmal vorgestellt.

Wie ihr mich kennt, empfehle ich euch nur Dinge, mit denen ich zufrieden bin und von Firmen, die mich mit ihrer Qualität überzeugen. Bisher haben mich die Produkte von Bio Green noch in keinster Weise enttäuscht. In diesem Gartenjahr wird mein neues Hochbeet als "Anzuchtstation" genutzt. 

Wer von euch eine Bienenweide hat und das fröhliche Verdörren nicht mitverfolgen möchte, sollte jetzt die Samen ernten. Nicht alle müssen trocken über den Winter gelagert werden. Jungfrau im Grünen, Ringelblumen, einjähriger Rittersporn, Eisenkraut, Glockenblumen, Stockrosen und Mohn beispielsweise dürfen gerne auch schon jetzt ins Beet. Genau das ist die Aufgabe, die in den kommenden Tagen hier erledigt wird.


Und wenn mittags eine hohe Sonne am Himmel steht, wird das leichte Sommerkleid gegen die Badehose eingetauscht und das Schaufeln und Rechen und Säen unterbrochen. Der Liegestuhl wird in den Schatten gerollt und eine nächste literarische Reise beginnt. 

Ich wünsche euch einen wundervollen Sommerausklang. Pflückt die Tage wie reife Äpfel, genießt den Sonnenschein und lasst die Seele im Sommerwind baumeln.

Fühlt euch gedrückt und geherzt

Tante Mali

Gartendekoration kleiner Strauß auf Baum hängend
P.S. Dieser Post enthält Werbung wegen Produktnennung und Verlinkung













Kommentare

  1. aus deinem Sommergedicht spricht die reine Lyrik die federleicht aus den Wolken kommt, es bezaubert mich unendlich...
    ich sehe was du beschreibst, fühle und spüre was du empfindest wenn dir die Worte aus dem Herzen kommen, diese Leichtigkeit die dir der Spätsommer schenkt...
    ud wenn du deine Samen in die ERde des Hochbeets senkst würde ich gerne dabei sein...
    liebe Grüße - denn es scheint der Sturm hat dich verschont...
    angelface

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  2. so wunderschön geschrieben
    und einen herrlichen Garten hast du
    da würde es mir auch gefallen
    mir war der Sommer wieder zu arg
    ich vertrage die Hitze nicht so gut
    diese Spätsommertage sind aber wunderschön und lassen mich aufatmen
    etwas Regen täte noch gut
    von mir aus jede Nacht ;)
    ich habe etwas Bienenweide in einer großen Schale.. die kommt wieder und sät sich auch selber aus
    ich hoffe auf einen goldenen Herbst

    liebe Grüße
    Rosi

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  3. Deine Post toppen jeden Artikel sämtlicher Gartenzeitschriften, so feine Bilder so passende, stimmungsvolle Texte dazu!
    Wir sind ja seit diesem Jahr auch Hochbeetbesitzer und richtig begeistert!
    Ich lasse so liebe Grüße da
    Gabi

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  4. Wie schön du das wieder beschrieben hast was du so tust und in deinen Garten!
    O ja so langsam naht der Herbst heran. Das Hochbeet ist toll udn so praktisch.
    Gutes gelingen bei der Ernte und so manches Gericht zu kochen davon.
    Lieben Gruss Elke

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  5. I love your photos Elizabeth. Yout harvest is good especially pumpkins. I love them too but they don't ripen here because of the slightly warm days. I also love your raised bed - I think you need it if your back or knees hurt.
    That is a good idea.
    Hugs!

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  6. Liebe Elisabeth,
    Du hast so einen wunderschönen Post geschrieben. Ich wünsche Dir noch viele schöne Tage, vor allen Dingen Nachmittage im Liegestuhl mit einem guten Buch und einem Lächeln im Gesicht.
    Sei ganz lieb gegrüßt
    Roswitha

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  7. Ja, der Sommer neigt sich seinem Ende zu, leider, von mir aus könnte er noch ein wenig andauern. Heute Nachmittag war es einfach wieder herrlich im Garten.
    Schön, wie die kleinen Kürbisse schon neugierig hervor schauen.
    Ich muss nächste Woche auch zu meinem Kürbisbauer, da werde ich mich eindecken.
    Dir einen schönen Abend, genieße die letzten Sonnentage und natürlich Deinen Garten,
    lieben Gruß
    Nicole

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  8. Ja, ja - das mit den Gärtnerinnen die immer wieder ein Zusatzplätzchen für ihre Pflanzen finden - die Kenne ich gut. Ja der sommer hat wohl wirklich seinen Rucksack gepackt und schleicht sich davon, die Morgen sind eindeutig kürzer geworden und wenn nun noch die temperaturen fallen - dann zieht der herbst ein. Auch eine tolle Zeit - wenn ich die reiche Ernte in deinem Garten so betrachte.
    Ganz liebe Grüsse von Ayka

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  9. Ein wundervoller Post und traumhaft schöne Gartenbilder. Der Sommer geht
    viel zu schnell vorbei und auch ich werde ein wenig wehmütig, hoffe aber auf
    schöne Herbsttage.
    Liebe Grüße
    Gaby

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  10. Liebe Elisabeth,wie immer ist dein Text Balsam für meine Seele.
    Ja hier hat das letzte Unwetter alles verwüstet und eigentlich brauche ich nichts mehr zu ernten.
    Die Hagelkörner haben überall Spuren hinterlassen nicht nur auf meinem Auto, nein auch das Gemüse ist voller Schäden und taugt nicht mehr zum Lagern.
    Ich liebe den Herbst und ich freue mich auf die Farbenpracht und das sanfte Licht im Herbst.
    Liebe Grüße Edith

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  11. Oh, beautiful late summer in your garden, Elisabeth.
    Have lovely days.

    Hugs, Ida

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  12. Ach ja, da kann man nur mir dir seufzen, liebe Elisabeth. So sehr auch ich den Herbst liebe, es schwingt immer Melancholie mit. Denn irgendwann wird aus dem Herbst der Winter und es kommt eine Zeit, da wird es keinen Frühling mehr geben. Wie gut, daß niemand von uns weiß, welche Stunde ihm geschlagen hat.

    Deine Texte und Bilder sind wie immer Balsam für Seele und Augen.

    Herzlichste Grüße vom HirschEngelchen
    Anka

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  13. Herrlich liebe Elisabeth, ja so kann der Sommer gerne weitergehen .....ich werde da auch immer ein bisschen wehmütig und wenn ich dann an die frühe Dunkelheit denke dann werde ich ganz traurig...aber nun genießen wir erstmal noch die Früchte des Sommers und hoffentlich einen bunten und fröhlichen Herbst.♥

    Herzliche Wochenendgrüße
    Kerstin und Helga

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  14. Spring is coming, flowers are out up the West Coast, but we are now in three VERY cold days. Which will shock those fields of daisies.

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  15. Mich überkommt auch immer ein wenig Wehmut, wenn sich der Sommer dem Ende zuneigt. Wobei ich eher ein Herbsttyp bin. Die ganz große Hitze brauche ich nicht. Moderate Temperaturen sind mir lieber. Was für mich das Schlimmste ist, ist die früh einsetzende Dunkelheit. Ich sehne mich dann immer nach der Wintersonnenwende und wieder länger werdenden Tagen.
    Aber jetzt freue ich mich erst man auf einen schönen Herbst.
    Viele Grüße von
    Margit

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  16. Du hast einen wunderschönen Garten.
    Ich habe es genossen, Ihren Blog zu lesen und anzusehen.

    Hilly

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  17. HALLÖLEEEE

    mei dem ganzen schiachen WETTER heit
    tuat des richtig guat
    deine scheeeena BUIDLN zu sehen,,,,freu,,,freu

    wünsch da no an feinen ABEND
    bussale bis bald de BIRGIT

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  18. Hallo Elisabeth, Deine poetische Ader hat wieder zugeschlagen! Wie wunderbar Deinen gelungenen Wortfindungen zu folgen. Du nimmst einen mit auf Deine imaginäre Gartenreise. Ich habe mit Dir dir die liegenden Äpfel und die schwebenden Blätter des Kirschbaumes gesehen. Deine Lyrik bewegt!
    LG...Stephanie

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  19. Liebe Elisabeth,

    ich liebe Deine himmlischen Gartenimpressionen, da kommt man sofort ins Träumen *seufz*

    Alles wunderschön und die Blütenpracht ist herrlich, das Foto der Herbstanemone ist ein Gedicht.

    Und toll, dass Ihr auch so viel ernten könnt, wir haben dieses Jahr auch zwei Auberginenpflanzen im Kübel, sie hängen voller Früchte.

    Alles Liebe
    wünscht Dir
    Anke

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  20. Du hast es so gut in Worte gefasst, was ich gerade fühle. Der Sommer neigt sich dem Ende zu und zu gerne würde ich ihn noch ein wenig genießen. Zu schnell ist die Zeit vergangen, noch mehr möchte ich die lauen Nächte genießen und die Sonnenwärme spüren. Aber vielleicht bringt der September noch ein paar schöne Tage, die man draußen genießen kann. Dein Post ist wie immer wunderschön anzusehen. Deine Gartenbilder sind immer inspirierend. Lieben Dank dafür! Liebe Grüße Yvonne

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  21. Liebe Elisabeth, ja es so schade, daß der Sommer geht. Ich mag zwar keine Hitze, dafür den frühen Morgen und die frühen bis späten Abende im Freien. Ich tröste mich immer mit dem farbenfrohen Herbst, der auch noch schöne warme Sonnenstunden bringt und natürlich herrliche Farben zaubert bevor der Winter kommt. Mit dem muß ich mich immer extra anfreunden ;). Meine Kürbisse haben immer den Trend nach oben. Sie hängen oft in den Bäumen, da sie so beherzte Kletterer sind.
    Danke für die schönen Bilder und Worte. Liebe Grüße, Pia

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  22. Das sind wirklich tolle Bilder. Ich liebe es im Garten. Wir haben auch mittlerweile drei Kürbisse.
    Liebe Grüße
    Luisa von https://www.allaboutluisa.com/

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  23. Hallo liebe Elisabeth,
    ich möchte auch ganz laut rufen: "Bleib noch!"
    Die Natur hat ihren Höhepunkt erreicht und ich kann mich auch noch nicht von allem sattsehen.
    Die Herbstanemonen sind auch bei uns teilweise am verblühen - wie schade!
    Deine Gartenlandschaft sieht soooo schön aus - ich kann mir vorstellen, dass Du noch alles einsaugst und genießt.
    Habe viel Freude damit und sei recht lieb von mir gegrüßt
    ANi

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  24. Liebe Malielisabeth,
    ich mag diese Jahreszeit irrsinnig gern - wenn ich sehe, wie sich der Sommer verabschiedet, aber eigentlich noch nicht weichen will. Wenn es noch sonnig ist und schön warm, aber nicht glühend heiß. Wenn die Spätsommerblüten sich zu einem orangeroten Tanz zusammentun. Wenn die Luft am Morgen noch so kühl ist, dass der Körper gar nicht anders kann, als sich mit Sauerstoff vollzusaugen. Wenn der Morgentau die Wiese so nass macht, als ob's geregnet hätte... Fürs Lesen bevorzuge ich trotzdem das Innere meiner vier Wände, weil ich draußen zu leicht abgelenkt werde. Die Kürbisse zum Beispiel können ja unheimlich laut werden, wenn sie sich ranken. Bei mir übrigens vom leicht erhöhten Kürbisbeet bis hinauf ins Hochbeet, wo jetzt schon vieles abgeeerntet ist und die Kürbisranken daher meinen, der freie Platz ist bestimmt für sie reserviert. Ich finde die Idee gut, eine zweite Etage im Kürbisbeet zu errichten, aber ich glaube, meine Kürbispflanzen würden auch dieses Stockwerk kapern...
    Herzliche Rostrosen-Sonntags-Grüße!
    https://rostrose.blogspot.com/2020/09/september-ausflug-auf-die-hohe-wand.html

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