Novembergarten - Ein Buch - Eine Deko-Idee


Gartenweg mit Ziergras
Unlängst ist mir ein Buch in die Hände gefallen, ein Buch, das von Sakuteiki, einem japanischen Gartenhandbuch aus dem 11. Jahrhundert erzählt. Es tut dies über die Stimmen von Gärtnern und Priestern Architekten, Gartendesignern und Mönchen. Lesend belauscht man ihre Gespräche zum Wesen eines Gartens, der häufig Landschaften nachgebildet war. 
Sitzplatz Herbst
Oberstes Gebot für die japanische Gartengestaltung sei es, sagt ein Oberpriester aus Tokyo, nicht den Kontakt zur Natur zu verlieren, sondern sich mit ihr zu verbinden. Und ein Gartenhistoriker aus Kyoto führt aus: Wenn man einen Stein in einen Garten setzt, wird dieser erzählen, wie man den nächsten Stein zu setzen hat. So verstanden heißt Gestalten nur: die Natur beobachten und annehmen.
Garten im Herbst
Die Gartensaison geht zu Ende. Der Regen bremst die Abschiedsrituale, das Rechen, das Kehren. Öfter als in den Novembern der vergangenen Jahre, sitze ich im Haus. Wenn mein Blick von den Zeilen im Buch durchs Fenster fällt, sehe ich, wie sich Wassertropfen von Blättern lösen und weiß, dass es von der Weide schneit.
Wunderschön die Vorstellung, dass ein Garten - ist er nach einer Vorgabe von Sakuteiki gestaltet - "unsere Welt" und die "andere Welt" symbolisieren kann, um gleichzeitig auch die Grenze zwischen Diesseits und Jenseits zu markieren.... ein lebendiger und fließender Übergang.
Wenn ich solche Sätze lese, bin ich mir selber zur Hand, gehe hinaus und frage mich, was mir mein Garten erzählt. Ich sehe den brennenden Ahorn, die Tränenkiefer, die geleerten Töpfe. Nein, er ist kein japanischer Garten, in dem es Berge und Flüsse und Wasserfälle gibt, es gibt keine Tempel, keinen Teeweg, aber er ist ein Ort, an dem sich die Distanz zwischen Natur und dem Selbst verringern lässt, wie es ein Landschaftsforscher aus Tokyo nennt. Es sind die Gärten, sagt er, von denen Impulse für ein Landschaftsbewusstsein ausgehen. Weise, durchdrungen von der Mystik des Buddhismus und den Mythen des Shinto, sind diese Gartengespräche. Ruhig, unaufgeregt, ganz und gar uneitel berichten die Menschen über das, was sie tun und was als Philosophie wie Tradition dahinter steht.
Nicht immer, nicht überall braucht es Jahrhunderte alte Traditionen, oft genügt es, nachzuspüren, was uns Eltern und Großeltern vorgelebt haben. Ein kleines Stück Natur so zu gestalten, dass Mensch, wie Tier, wie Pflanzen darin ein gerüttelt Maß an geschützten Lebensraum finden. Ein paar Früchte zum Naschen, etwas Gemüse, Blumen, Sträucher und Bäume, Plätze, an denen man sich ausruhen kann.
Die Kunst- und Kulturforscherin Carola Platzek hat in ihrem Buch "Die Lehre des Gartens" diese Stimmen gesammelt. Erschienen ist es bei Schlebrügge.Editor. Der Untertitel lautet: Gespräche in Japan. Wer sich ein wenig in das japanische Gartendenken einüben möchte ... "Die Lehre des Gartens. Gespräche in Japan" ist eine empfehlenswerte Gelegenheit.
Wenn der Geist mit dem Nachhall von Gelesenem beschäftigt ist, dann brauchen die Hände etwas zu tun. Der gewickelte Efeukranz hat noch einmal seinen Platz gewechselt und mein Garten zwei Winterdeko-Elemente mehr. Ich habe zwei lange Kupferrohre in den Vorgarten gesteckt und mit Wichtelmützen aus Wacholder dekoriert. An Ideen für die Winterdekoration fehlt es mir ja nicht ... aber am Wetter.
Diese Winterdekoration funktioniert im Prinzip wie die Pflanzstäbe, die ich bereits früher im Jahr gemacht habe.
Auf einen Holzstab werden drei Zapfen geklebt und mit Moos umwickelt. Gegen alle Regeln der Wichtelwickelkunst habe ich für diese Pflanzstäbe den Wacholder zuerst an der Spitze festgesteckt - um zu wissen, wie hoch die Elemente werden müssen - und anschließend die restlichen Zweige mit Blumendraht festgezurrt. So sind die Wichtelmützen knapp einen halben Meter hoch geworden. 

Achtet also bitte darauf, dass die Rohre gut in der Erde befestigt sind. Mit ein paar Zapfen der Tränenkiefer und einer Schleife garniert, lenken die großen Wichtelmützen-Pflanzstäbe den Blick auf sich ... und kaum wer schaut noch auf das Beet, in dem die Funkien bereits verräumt und gehäckselte Blätter als Mulchschicht aufgetragen sind.
Nun, ihr Lieben und Wunderbaren, schön, dass ihr einen der wenigen Sonnenstunden mit mir im Garten verbracht habt. Danke für euren lieben Besuch und eine wundervolle Zeit. 
Lasst euch drücken und herzen
Tante Mali

P.S. Wer nun eine kleine Stärkung braucht: Wie wär's mit Pikanten Schnecken? Der Hefeteig lässt sich großartig verarbeiten, er ist geschmeidig, denn er wird mit Joghurt gemacht.

P.S. Post enthält Produktplazierung
Keywords: Pflanzstäbe, Winterdekoration, Wichtel, Ideen für die Winterdekoration

Kommentare

  1. wie wunderschön sind doch deine gartenmorgengedanken liebe Tante Mail,
    ich träum ihnen nach und ein Tränchen der Rührung rinnt...denn du triffst tief in mein Herz
    Angelface

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  2. Liebe Elisabeth,
    Toate frumoase si bune... la tine. Lecturare potrivita pentru luna noiembrie, despre minunatia naturii la un pas de noi.
    Multe imbratisari, Mia

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  3. Hier ein Sturmwind, der ans dekorieren nicht denken lässt- Alles würde davon getragen.... Tja, so ist das hier
    Deine Wichtelmützen sind ja wieder allerliebst!
    Herzlichst
    yase

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  4. Liebe Elisabeth,
    wunderschön sieht Dein Garten im November♥♥♥
    Deine Schnecken werde ich ausprobieren :)
    Liebe Grüße
    Karina

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  5. Einen wunderschöne Post mit eine tolle Buchvorstellung! Ich weiß nicht was mir besser gefallen hat deine Garten Fotos oder die Gedanken aus dem Buch oder die Symbiose zwischen die beiden.
    Liebe Grüße, Simona

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  6. Danke für diese wundervollen Einblick in deinen Garten und deine ach so vezauberten Worten. Wenn ich noch mal leben würde würde ich bestimmt einen Garten haben. So schön deine Gedankengänge durch das Buch!
    Deine Schnecken sidn lecker und dein Basteln den Wacholderstäben sind allerliebst!
    Ich erfreute mich so sehr deswegen einen dicken lieben Gruss von mir
    Elke

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  7. Liebe Elisabeth,
    das war wieder ein sehr gefühlvoller und zugleich inspirierender Post!!!
    Danke dafür!
    Alles Liebe
    Heidi

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  8. Liebe Elisabeth,
    einen wunderschönen Garten hast Du,, in dem es viel zu entdecken gibt und in dem man
    länger verweilen möchte. Die Wichtelmützen sind ganz bezaubernd und werden hier
    bestimmt nachgebastelt.
    Liebe Grüße
    Gaby

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  9. Guten Morgen, liebe Tante Mali, die Rezension zu dem Gartenbuch bereichert meinen heutigen Tag...

    ...und ich überlege ernsthaft, mir diese Lektüre anzutun! Mich darin zu vertiefen kann nur das Wohlbefinden steigern. Im Übrigen würde es meine Bibliothek gut ergänzen. Ich empfehle meinerseits "Die großen Gärtner" - 500 Jahre Gartengeschichte, ein Buch, das mir persönlich immer wieder größtes Vergnügen bereitet, sobald ich darin blättere...

    ...herbstbunte Grüße aus Augsburg von Heidrun

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  10. Dear Elizabeth, I love reading about different landscape styles. And I love the Japanese garden and visit it wherever I can. I agree that these are old traditions, and it is very important to put a stone in the Japanese garden on a right place.
    Good luck improving your garden.
    I love your photos with cones.

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  11. Das hast Du sehr schön beschrieben. Interessant, was andere Kulturen zur Gartengestaltung zu sagen haben. Bei mir ist ja alles ziemlich planlos entstanden bzw. es war bereits irgendwie vorgegeben. Aber ich finde, auch das hat seinen Reiz.
    Viele Grüße von
    Margit

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  12. Ein Garten als fließende Grenze in der diesseitigen und jenseitigen Welt... Hach, ist das schön... Danke für diese wundervolle Vorstellung. Wieder ein ganz tolles DIY, das muss ich endlich mal nachbasteln. Danke und alles Liebe und Gute und eine schöne Woche, Bianca

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  13. Liebe Elisabeth,
    so ein azuebrhafter Post ist das wieder, herzlichen Dank für die schönen stimmungsvollen Bilder, die herrlichen Dekoideen und die schöne Buchvorstellung! Bevor ich weitergeh, stibiz ich mir noch eine herzhafte Schnecke *lach* Ich liebe solche Gebäckteilchen sehr, vor allem herzhaft und würzig ;O)
    Ich wünsche Dir noch einen guten Start in eine freundliche neue Woche!
    ♥️ Allerliebste Grüße und einen ganz lieben Drücker, Deine Claudia ♥️

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  14. ein schönes Buch für Novembertage und Abende ;)
    und die frünen "Mützen" sehen auch sehr schön aus

    liebe Grüße
    Rosi

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